Fluglärm
Regensdorf und Dällikon geben bei Fluglärm-Streit nicht klein bei

Die Gemeinden Regensdorf und Dällikon kämpfen weiter gegen eine ihrer Ansicht nach «rechtswidrige Flugroute». Das Bundesverwaltungsgericht hatte ihre Beschwerde abgewiesen, weil sie zu spät eingereicht wurde. Diesen Entscheid fechten sie nun an.

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Regensdorf und Dällikon wehren sich gegen das Flugregime des Flughafens Zürich.

Regensdorf und Dällikon wehren sich gegen das Flugregime des Flughafens Zürich.

Keystone

Die Gemeinden Regensdorf und Dällikon kämpfen weiter gegen eine ihrer Ansicht nach «rechtswidrige Flugroute», wie sie am Montag mitteilten. Das Bundesverwaltungsgericht habe ihre Beschwerde abgewiesen, weil sie zu spät eingereicht worden sei. Die Gemeinden sind empört und fechten das Urteil an.

Sie seien für ihre Geduld und Gesprächsbereitschaft mit dem Flughafen abgestraft worden, schreiben die Gemeinden. Vom Bundesgericht wollen sie nun wissen, ob sie tatsächlich schon hätten Beschwerde erheben müssen, als sie noch mit dem Flughafen Zürich und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) über die Umsetzung eines früheren Bundesgerichtsurteils verhandelten.

Ein Urteil aus dem Jahr 2010 verpflichtet das BAZL und die Flughafen Zürich AG zu einer Flugrouten-Änderung zur Verringerung der Lärmbelastung. Das Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2010 verlangt, dass der Abdrehpunkt ab Piste 28 wieder so weit nach Westen verschoben wird, wie er vor 1999 war.

Es sei aber auch festgehalten, dass die Siedlungsgebiete von Regensdorf und Dällikon dadurch nicht mehr Fluglärm zu ertragen hätten als vor der Verschiebung des Abdrehpunkts vor 14 Jahren, schreiben die Gemeinden.
Zustand vor 1999 herstellen

Diese Anweisung zur Entlastung der Siedlungsgebiete sei aber nicht umgesetzt worden. Es sei technisch problemlos möglich, "den letzten legalen Zustand von vor 1999" wieder herzustellen, sind die beiden Gemeinden überzeugt.

Gemäss Mitteilung ärgert sich der Regensdorfer Gemeindepräsident Max Walter darüber, dass das Bundesverwaltungsgericht den eigentlichen Sachverhalt gar nicht geprüft hat. Der Dälliker Amtskollege René Bitterli findet es "unglaublich", dass man den Gemeinden unterstelle, nicht in Treu und Glauben gehandelt zu haben.

"In der Schweiz darf man offenbar Probleme nicht mehr durch simple Gespräche lösen, sondern wird gezwungen, sofort juristisch vorzugehen", wird Bitterli in der Mitteilung zitiert.