Vor genau zwei Jahren, am 28. September 2014, sprachen sich die reformierten Stimmberechtigten der Stadt Zürich sowie der Gemeinde Oberengstringen für ein bislang einzigartiges Projekt aus: Sie genehmigten damals im Grundsatz die Grossfusion, für die es keine Vorbilder gibt.

Der Reformprozess sei auf Kurs, sagt Andreas Hurter, der Gesamtprojektleiter der Reform und der Präsident des reformierten Stadtverbandes. "Ich bin überzeugt, dass die neue Kirchgemeinde Zürich ab 1. Januar 2019 funktionieren wird."

Parlament und Kirchenkreise

Noch sind nicht alle Fragen im Detail geklärt. Inzwischen sei aber "die Rahmenorganisation für die inhaltliche und strukturelle Gestaltung der neuen Kirchgemeinde weitgehend geklärt", heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

So wird die neue Grossgemeinde der Reformierten in der Stadt Zürich als Parlamentsgemeinde organisiert. Das Kirchenparlament wird eine Kirchenpflege bestehend aus sieben Mitgliedern wählen.

Die grosse Kirchgemeinde wird zudem in zehn Kirchenkreise unterteilt, in denen Kirchenkreiskommissionen tätig sein werden.

Gemäss Hurter geht es in den kommenden Monaten nun insbesondere darum, die innere Organisation dieser Kirchenkreise detailliert festzulegen und zu planen.

Im Sommer 2017 steht der Vertrag

Zudem müssten auch die rechtlichen Grundlagen erarbeitet werden. Als erstes wird basierend auf der Rahmenorganisation der Zusammenschlussvertrag erarbeitet.

Dieser Vertrag soll vor den Sommerferien 2017 allen 34 Kirchgemeinden der Stadt Zürich und der Gemeinde Oberengstringen, die aus historischen Gründen zum Stadtverband gehört, zur Genehmigung vorgelegt werden. Der Vertrag regelt die Auflösung des Stadtverbandes und den Zusammenschluss zur neuen "evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich".

Auslöser für die Strukturreform ist der Mitgliederschwund: Die Zahl der Reformierten ist von rund 270'000 in den 1960er Jahren auf heute rund 90'000 zurückgegangen. Weniger als die Hälfte der 34 Kirchgemeinden weisen mehr als 3000 Mitglieder auf.