Alterspflege
Reaktionen Gemeindepräsidenten: Es fehlt an spezialisierten Angeboten

Der Verband der Gemeindepräsidenten des Kantons Zürich (GPV ZH) findet es richtig, dass bei der Pflege dem Grundsatz "ambulant vor stationär" stärker Rechnung getragen werden soll. Dazu müssten aber zwingend die Vorgaben der Pflegegesetzgebung angepasst werden.

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Viele Senioren leben in einem Pflegeheim, obwohl sie nicht pflegebedürftig sind. (Symbolbild)

Viele Senioren leben in einem Pflegeheim, obwohl sie nicht pflegebedürftig sind. (Symbolbild)

Keystone

Derzeit gebe es zu wenig spezialisierte Angebote, die den ambulanten Weg ermöglichten, schreibt der Verband in einer Reaktion auf die am Dienstag von der Gesundheitsdirektion vorgestellte Bedarfsprognose zur Pflegeversorgung. Als Beispiele genannt werden etwa die mobile Palliative-Care-Versorgung oder die Umsetzung der Demenzstrategie.

Die Studie des Gesundheitsobservatoriums (Obsan) und die Empfehlungen seien wichtige Schritte in die richtige Richtung, heisst es in der Mitteilung des GPV ZH. Es handle sich um wirksame Instrumente. Die Planung von Gemeinden und Städten werde damit wesentlich unterstützt.

Inhaltlich sei die Studie "ein klares Signal und eine Bestätigung" dafür, dass die ambulante und die stationäre Pflegeversorgung Verbundaufgaben seien. Es bestehe "verstärkter Koordinations- und Absprachebedarf" unter den Gemeinden und Städten, aber auch mit den kantonalen Instanzen.

Das Pflegegesetz verpflichte die Gemeinden zur Bedarfsplanung. Für die Bewilligung neuer Betten sei jedoch der Kanton zuständig. Ohne griffige Koordination und Absprachemöglichkeiten bestehe die Gefahr des Überangebots von stationären und ambulanten Leistungen. Das Risiko von Überangeboten hätten letztlich die Gemeinden zu tragen.