Fall «Carlos»
Reaktion von Martin Graf:«Sonder-Setting-Paket war unsorgfältig geschnürt»

Der Zürcher Justizdirektor Martin Graf (Grüne) nimmt den Bericht der Justizkommission zum Fall "Carlos" mit Genugtuung Kenntnis, wie er am Donnerstagnachmittag vor den Medien sagte.

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Justizdirektor Martin Graf nimmt Stellung zum Fall «Carlos»

Justizdirektor Martin Graf nimmt Stellung zum Fall «Carlos»

Keystone

Insgesamt habe die Jugendanwaltschaft gute Arbeit geleistet, auch wenn sie das Leistungspaket zu «Carlos'» Sonder-Setting unsorgfältig geschnürt habe.

Graf kann zudem gut mit den Empfehlungen der Justizkommission leben. Diese decken sich weitgehend mit den Massnahmen, die der Justizdirektor zusammen mit dem leitenden Oberjugendanwalt Marcel Riesen-Kupper bereits Anfang September angeordnet hat.

Dazu gehört beispielsweise, dass einzelne Jugendanwältinnen und Jugendanwälte geplante Sonder-Settings, die pro Monat teurer als 15'000 Franken sind, durch die Oberjugendanwaltschaft bewilligen lassen müssen. Zudem müssen die Kosten genau kontrolliert werden.

Die Massnahmen sehen auch vor, dass Kampfsportausbildungen nur noch unter strengen Auflagen möglich sind. Zudem sollen die Medienarbeit der Jugendanwaltschaft verbessert und die Vorgesetzten besser informiert werden.

«Carlos eine Zukunft ermöglichen»

Wie Graf weiter ausführte, soll «Carlos» mit der Unterbringung im Massnahmenzentrum Uitikon «eine Zukunft ermöglicht werden». Hier gebe es viele Ausbildungsmöglichkeiten im offenen Bereich. Zwar sei «Carlos» momentan noch in der geschlossenen Abteilung. Hier werde er aber sicher «nicht über Jahre» sein, sagte Graf.

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