Durchmesserlinie
Raum für täglich 1100 statt nur 800 Züge

In Oerlikon werden neue Gleise für die Züge aus dem Weinbergtunnel erstellt. Die Kapazitätserweiterung kommt sowohl dem S-Bahn-Verkehr wie dem Fernverkehr zugute.

Alfred Borter
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Am Eingang zum Weinbergtunnel wird noch wacker gearbeitet. key Am Eingang zum Weinbergtunnel wird noch wacker gearbeitet. key

Am Eingang zum Weinbergtunnel wird noch wacker gearbeitet. key Am Eingang zum Weinbergtunnel wird noch wacker gearbeitet. key

Limmattaler Zeitung

Zunächst scheine es manchmal, für die Lösung eines Problems gebe es keine vernünftige Lösung, sagte der für die Durchmesserlinie im Bereich Oerlikon zuständige Verantwortliche der SBB, Beat Bürgin. Doch dann sitze man zusammen, lasse alle vorgefassten Ansichten beiseite und komme zu einer Lösung, an die zunächst niemand gedacht habe.

Gegenwärtig sind gut hundert Personen mit dem Verlegen der Gleise und anderen Arbeiten beschäftigt, damit der neu erstellte Weinbergtunnel mit allen übrigen Gleisen verknüpft werden kann. Ausserdem wird der Bahnhof Oerlikon um die Gleise 7 und 8 erweitert.

Der Bahnhof Oerlikon steht schon heute frequenzmässig in der Schweiz an siebter Stelle. 70000 Passagiere gehen hier tagtäglich ein und aus, im Jahr 2030 werden es 100000 sein, wie Beat Bürgin erwähnte. Die Anzahl der Züge wird sich von heute 800 auf über 1000 erhöhen. Die Kapazitätserweiterung kommt sowohl dem S-Bahn-Verkehr wie dem Fernverkehr zugute.

Bis am 12. Juni wird entlang der imposanten, bis zu 35 Meter hohen Stützmauer ein neues provisorisches Gleis verlegt; dieses liegt bereits zum Teil im Schotter, doch weist es noch einige Krümmungen auf. Diese werden noch beseitigt, beruhigt Bürgin.

Am Portal des Weinbergtunnels sieht es noch nicht so aus, als ob hier schon bald Züge verkehren könnten. Tatsächlich ist man im Tunnel erst daran, die Abdichtungsfolie anzubringen und einen Betoninnenring zu erstellen. Der Flucht- und Rettungsstollen ist fast fertig, hingegen sieht man vom geplanten Portalbauwerk mit Rettungs- und Technikgebäude noch nichts.

Noch im laufenden Jahr soll die durch einen provisorischen Fussgängersteg ersetzte Regensbergbrücke wieder gebaut sein, womit die Umwegfahrten für die Automobilisten und die Busse ein Ende haben. 2014 ist die Durchmesserlinie samt Bau der Gleise 7 und 8 fertig. Auch die Perrondächer sollten dann ersetzt sein. Unterirdisch schafft man nicht nur breitere Durchgänge, sondern auch neue Ladenflächen.

Auch die Stadt baut

Die Stadt Zürich und weitere Beteiligte realisieren gleichzeitig mit den Ausbauten der SBB eigene Projekte, so zusätzliche Quartierverbindungen und die Verschiebung des alten Verwaltungsgebäudes der Maschinenfabrik Oerlikon, das den neuen Gleisen 7 und 8 weichen muss.

Wie DML-Gesamtprojektleiter Roland Kobel ausführte, sind jetzt ungefähr 1,2 Milliarden Franken der auf 2 Milliarden veranschlagten Kosten ausgegeben, womit man im Plan liege. Auch bezüglich Termine liege man im Plan, das heisst, dass man den neuen Tiefbahnhof Löwenstrasse samt Weinbergtunnel nach Oerlikon Mitte 2014 eröffnen kann. Die Eröffnung der gesamten Durchmesserlinie mit den Brückenbauten bis Altstetten ist auf Ende 2015 vorgesehen.