Zürich

Raphael Golta fordert Sozialdetektive

Raphael Golta setzt auf Solidarität.

Raphael Golta setzt auf Solidarität.

Nach 100 Tagen im Amt zieht der Stadtzürcher Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) eine positive Bilanz. Die Arbeit im Departement und im Stadtratsgremium sei vielfältig und spannend. Herausforderungen sieht er bei der Verteilung der Soziallasten.

Unter den Gemeinden brauche es diesbezüglich mehr Solidarität, zeigte sich Golta überzeugt. Es dürfe kein Wettbewerb entstehen wie bei den Steuern. Er werde sich deshalb in die Diskussion um die Soziallastenverteilung auf diversen Ebenen einbringen.

Klar sei für ihn auch, dass man nicht bei den Ärmsten und Schwächsten sparen dürfe, sagte Golta mit Blick auf die angespannten Zürcher Finanzen. Zu den Schwächsten gehörten auch die Kinder. Er bedaure, dass er im Moment die subventionierten Krippenplätze aus Spargründen nicht weiter ausbauen könne.

Ausbau des Inspektorats zur Missbrauchsbekämpfung geplant

Ausbaupläne hegt er jedoch bei den Sozialdetektiven. Für das Inspektorat zur Missbrauchsbekämpfung will er in der Budgetdebatte im Dezember für das Jahr 2015 mindestens 1,6 zusätzliche Stellen beantragen. Der Bedarf sei klar ausgewiesen, sagte Golta. Der Pendenzenberg steige.

Zudem seien weitere Gemeinden nach wie vor sehr an einer Zusammenarbeit mit der Stadt interessiert. Leistungsvereinbarungen bestehen derzeit mit Adliswil, Dietikon, Oberengstringen und dem Kanton Glarus. Ab Januar 2015 würden wieder Dietlikon, Langnau am Albis, Opfikon, Regensdorf und Winterthur Aufträge ans Zürcher Inspektorat erteilen können.

Von der Sargproduktion bis zur Siegerehrung

Auf seiner Tour durch sein Wunschdepartement sei er auf durchwegs auf professionelle und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestossen, sagte Golta. Diese hätten es nicht immer einfach, wie er gesehen habe, denn die Menschen, mit denen sie es zu tun haben, "sind auch nicht immer die einfachsten".

Die Vielfalt seines Departementes fasziniere ihn immer wieder, sagte Golta. In den ersten 100 Tagen hat er unter anderem die Sargproduktion besucht, eine Notschlafstelle und den Strichplatz. Auch nahm er an einem Gespräch mit einem Sozialhilfebezüger teil.

Spannend seien auch Aufgaben, die er als Mitglied des Stadtrates - "einem sehr angenehmen Gremium" - übernehmen dürfe. So habe er die "durchaus interessante" Aufgabe, an der Leichtathletik-Europameisterschaft die Medaillen in der Disziplin "20 km Gehen, Frauen" zu übergeben.

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