Der heute 57-jährige Mann hatte am 1. Dezember 2011 eine Bankfiliale in Wetzikon betreten und der Schalterangestellten gesagt, es handle sich um einen Überfall und sie solle den Alarm auslösen. Er setzte sich auf einen Polstersessel und wartete auf das Eintreffen der Polizei.

Der darauf festgenommene randständige Mann machte schon bald klar, dass er nicht die Bank überfallen habe, sondern nur ein Dach über dem Kopf haben wollte. Dazu sei auch das Gefängnis gut geeignet.

Der Schweizer hatte 1998 in Wetzikon seine langjährige Ehefrau erstochen, weil sie ihn verlassen hatte. Er wurde wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Nachdem er elf Jahre verbüsst hatte, wurde er vorzeitig entlassen.

Obwohl er - aus Angst vor der Freiheit ohne Arbeit und Wohnung - unbedingt im Gefängnis bleiben wollte, musste er im Sommer 2009 die Strafanstalt verlassen. Er lebte danach wieder in Wetzikon, wo er sich ständig mit den lokalen Behörden herumschlug.

Der Streit drehte sich vor allem um die Wohnsituation. Er wünsche sich eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung mit Lift, sagte er vor Gericht. Von der Gemeinde wurde er in einem Altbau oder in einem Hotelzimmer einquartiert. Als er dieses verlassen musste, habe er nicht mehr weiter gewusst und den Banküberfall vorgetäuscht.

Von Bezirksgericht zu vier Monaten verurteilt

Das Bezirksgericht Hinwil verurteilte ihn im letzten November wegen Nötigung und Hausfriedensbruchs zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten. Die Verteidigung legte Berufung ein und verlangte vor Obergericht einen Freispruch.

Sein Mandant habe auf der Bank niemanden bedroht und sich nicht aggressiv verhalten. Dass er bei der Bank wegen eines Vorfalls im Juni 2011 Hausverbot hatte, habe er gar nicht mitbekommen.

Das Obergericht lehnte einen Freispruch ab und verwies auf die unguten Gefühle der betroffenen Bankangestellten. Die Oberrichter gingen von Nötigungsversuch und Hausfriedensbruch aus und billigten dem Beschuldigten eine verminderte Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit zu. Sie senkten die Strafe auf drei Monate unbedingt.