Boppelsen

Radar erhält neue Hülle – Ersatz kostet mehr als eine Million Franken

Da einige Teile der Wetterschutzhülle der Radaranlage beschädigt sind, wird die ganze Kugel neu gebaut.

Da einige Teile der Wetterschutzhülle der Radaranlage beschädigt sind, wird die ganze Kugel neu gebaut.

Warum die Radarkugel auf dem Lägerngrat in Boppelsen beschädigt ist, ist unbekannt – ihr Ersatz kostet mehr als eine Million Franken

Sie ist weitherum sichtbar und zu einem eigentlichen Wahrzeichen geworden. Die Rede ist von der Radarkugel auf der Lägern-Hochwacht. Die Kugel – Radom genannt – hat einen Durchmesser von 17,5 Metern und beherbergt das eigentliche, sich drehende Radar, das der Überwachung des Flugverkehrs dient. Die markante Hülle schützt die Radaranlage vor der Unbill des Wetters.

Nun stellte die Betreiberin der Anlage, die Flugverkehrssicherung Skyguide, fest, dass einige der Hüllenpaneelen beschädigt sind. Die Ursache für die Schäden sei noch nicht bekannt und werde gegenwärtig abgeklärt, sagt Skyguide-Mediensprecher Raimund Fridrich: «Wir vermuten, dass die schwarze Farbe des Radoms zu einer schnelleren Materialermüdung führte, da es sich im Sonnenlicht stark erhitzt und in der Nacht wieder stark abkühlt. Das ist aber momentan eine Vermutung.»

Bevor die Ursache für die Schäden feststehe, könnten denn auch keine Schlüsse gezogen werden, wie zum Beispiel ein Entscheid, hellere Paneele zu montieren. Man werde wohl auch weiterhin auf dasselbe Material setzen, da es die Funktionsweise des Radars nicht beeinträchtigen dürfe.

Die Radarkugel besteht aus etwa 120 Einzelelementen. Etwa ein Viertel davon würden Schäden aufweisen oder es bestehe der Verdacht auf eine Beschädigung, sagt Fridrich. Im Zug der Sanierung werden alle 120 Paneelen ausgewechselt. Dazu muss um die ganze Kugel ein Baugerüst errichtet werden.

Baustart könnte bald erfolgen

Noch stehe nicht fest, wann genau mit den Bauarbeiten begonnen werden könne. «Wir sind von drei Faktoren abhängig: Das neue Radom muss geliefert werden. Für den Rück- und Aufbau muss das Wetter mitspielen. Und die Baubewilligung muss erteilt werden. Wir hoffen, dass wir in der Woche 43 oder 44 mit den Arbeiten beginnen können», erklärt Skyguide-Sprecher Fridrich. Das wäre Ende Oktober, Anfang November. «Wenn alles klappt, können die Arbeiten im Dezember beendet werden.»

Während des Ab- und Wiederaufbaus werde die Anlage abgestellt. Dazwischen würde sie auch ohne Hülle funktionieren, erklärt Fridrich. Das Radom habe keine eigentliche operative Rolle ausser dem Schutz der Anlage vor dem Wetter. «Während die Anlage abgeschaltet ist, beziehen wir Radardaten von einer Anlage in Deutschland. Die Arbeit muss daher auch mit unseren deutschen Kollegen bestens koordiniert werden», sagt der Mediensprecher. Skyguide rechne nicht mit bedeutenden operationellen Auswirkungen.

Strasse gesperrt

Im Verlauf der Arbeiten muss die Strasse auf die Hochwacht teilweise gesperrt werden. Aus Sicherheitsgründen, wie die Flugsicherung Skyguide im Mitteilungsblatt der Gemeinde Regensberg festhält. Die Sperrzeiten würden von den Arbeitsschritten und den Windverhältnissen abhängen. In Absprache mit den lokalen Behörden gilt die jeweilige Sperrung für den Autoverkehr, für Fussgänger und für Velofahrer. Zudem sei die Strasse jeweils von 18 bis 6 Uhr geschlossen. Mit den Sperrungen werde ein Sicherheitsdienst beauftragt.

Die Sperrungen gelten bis auf Widerruf. Täglich, auch an den Wochenenden, werde ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma von 6 bis 18 Uhr vor Ort sein und die nötigen Massnahmen vornehmen. «Ausserhalb dieser Zeit wird der Zugang mit Sperrgitter permanent gesperrt. Betreten oder Befahren der abgesperrten Strecke ist dann untersagt und erfolgt auf eigenes Risiko», hält Simon Müller, Leiter Radarunterhalt bei Skyguide, fest.

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