Bezirksgericht Zürich
Prozess geplatzt: Beschuldigter erschien nicht zur Verhandlung

Am Freitag hätte ein Fall von grossem Sozialhilfemissbrauch und IV-Betrug gegen ein bosnisches Ehepaar das Bezirksgericht Zürich beschäftigen sollen. Doch der Prozess platzte nach wenigen Minuten, da der Hauptbeschuldigte unentschuldigt fernblieb.

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Ein Sozialhilfebetrüger stand vor dem Berzirksgericht Zürich (Symbolbild)

Ein Sozialhilfebetrüger stand vor dem Berzirksgericht Zürich (Symbolbild)

Keystone

Vor den Schranken des Gerichts war nur die Ehefrau erschienen. Sie erklärte, dass ihr Mann mit seinem Verteidiger nicht zufrieden und deshalb zu Hause geblieben sei.

Das Gericht akzeptierte das Fernbleiben des Hauptbeschuldigten nicht und ging von einer unentschuldigten Abwesenheit aus. Gemäss der neuen Strafprozessordnung muss das Gericht den Beschuldigten ein zweites Mal vorladen.

Sollte der Mann erneut nicht erscheinen, sei eine polizeiliche Zuführung angezeigt, stellte der Gerichtsvorsitzende unmissverständlich in Aussicht.

Das Ehepaar aus Zürich-Altstetten hat laut Anklage innerhalb von mehreren Jahren Sozialhilfe, Ergänzungsleistungen sowie IV-Gelder von über 430'000 Franken ertrogen. Das Ehepaar flog nach einem Diebstahl auf, bestritt aber alle Vorwürfe der Untersuchungsbehörden.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die beiden Beschuldigten Freiheitsstrafen - sechs Jahre für den heute 38-jährigen Mann, fünf Jahre für seine 30-jährige Gattin.