Der ETH-Rat, das vom Bundesrat gewählte strategische Führungs- und Aufsichtsorgan der Hochschule, hatte vergangenen September eine Erhöhung der Studiengebühren um 500 Franken auf neu 1660 Franken im Jahr angeregt. Die Massnahme wurde mit steigenden Studierendenzahlen sowie Sparmassnahmen begründet.

Damit sind die Studierenden nicht zufrieden. Gestern versammelten sich mehrere hundert Studenten auf der Polyterrasse, um gegen die Erhöhung zu demonstrieren, wie diverse Medien berichten. Während des friedlichen und von der Stadt bewilligten Umzugs zum Gebäude des ETH-Rats skandierten die Demonstranten ihre teils originellen Parolen: "Nieder mit dem Geiz bei der Bildung in der Schweiz", "Gebührenerhöhung – soziale Zerstörung", "Bildung für alle, raus aus der Gebührenfalle" oder "Reiche Eltern für alle".

Gravierende Folgen

Die Vertreter der Studentenschaft kritisierten in ihren Reden die geplanten Massnahmen. Die Erhöhung sei politisch motiviert, die zusätzlichen Einnahmen vernachlässigbar. Für die Studierenden hätten sie jedoch gravierende Folgen. So wären gemäss einem Redner rund 30 Prozent auf Stipendien angewiesen, während die Erhöhung der Gebühren bloss 0,3 Prozent des Gesamtbudgets der ETH betragen würden.

Gian-Andri Casutt, Kommunikationsleiter des ETH-Rats, versprach, dass man die Inputs der Studentenschaft an der nächsten Sitzung diskutieren werde. Eine definitive Entscheidung des Rats werde bis zum Sommer folgen. Die Studiengebühren wurden zuletzt vor 13 Jahren angehoben. Der Protest wird indes weitergehen. Unter dem Motto "Bildungsaufstand" finden Ende März in Bern, Basel, Freiburg, Lausanne und Zürich Aktionswochen statt. Am 24. März kommt es in Bern zu einer nationalen Demonstration.