Laut der Anklage wurden die Kinder von der aus Südamerika stammenden Mutter immer wieder mit Faustschlägen gegen den Kopf, Fusstritten gegen den Bauch oder mit Würgen am Hals malträtiert. Wiederholt habe die Beschuldigte auch mit einer Holzkelle zugeschlagen - in einem Fall so stark, dass der Kochlöffel dabei zerbrach.

Die Mutter konnte ihre grausamen Erziehungsmethoden über Jahre hinweg verheimlichen. So schickte sie ihre verletzten Kinder nicht in die Schule oder liess in ihrer Zürcher Wohnung laute Musik laufen, um die Schreie der Opfer zu übertönen. Die Misshandlungen flogen erst im September 2013 auf, als die Mutter die geschlagene jüngere Tochter ins Kinderspital Zürich brachte und ein Arzt Verdacht schöpfte.

Vor Gericht wollte die Beschuldigte nichts zu den ihr zur Last gelegten Misshandlungen sagen, weil sie nicht die Kraft dazu habe. Immer wieder brach sie in Tränen aus, entschuldigte sich bei ihren Kindern und erklärte, dass sie alles sehr bereue. Ihr Verteidiger legte diese Aussage als Geständnis aus. Die Schläge taxierte er lediglich als einfache Körperverletzung oder Tätlichkeit und forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Der Staatsanwalt plädierte dagegen auf sechs Jahre Freiheitsstrafe wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung.
Das Gericht verurteilte die Prostituierte aufgrund des erheblichen Verschuldens zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. «Ich hoffe, dass mir meine Kinder eines Tages verzeihen können», sagte die Beschuldigte in ihrem Schlusswort.