Zürich
Prorektor der Universität Zürich schaut auf ein «schwieriges Jahr» zurück

Otfried Jarren, Prorektor der Universität Zürich (UZH), plädiert für eine «Kultur der kooperativen Verantwortung mit klar definierten Rollen und Kompetenzen». Dies schreibt Jarren im Jahresbericht 2013.

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Otfried Jarren, Prorektor der Universität Zürich.JPG

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Keystone

Jarren, der die Uni von Anfang November 2013 bis Ende Januar 2014 interimistisch führte, blickt in seinem Bericht auf ein «schwieriges Jahr» zurück. Und er weist auf einige Schwachpunkte hin, die gerade in solch schwierigen Zeiten deutlich werden.

Geprägt war das Uni-Jahr vom Konflikt um Christoph Mörgeli und das Medizinhistorische Museum. Er zog immer weitere Kreise. Unter anderem hagelte es Kritik an der USZ-Führung. Schliesslich trat Uni-Rektor Andreas Fischer bereits Anfang November zurück statt wie geplant Ende Juli 2014.

Es sei wichtig, dass die Uni sich auf ihre Ziele besinne und ihre Funktionsweise immer wieder kritisch reflektiere, schreibt Jarren. Bezugspunkt müsse das Modell der autonomen Universität sein, an dem die UZH sich seit vielen Jahren orientiere. 1998 nämlich hatte der Regierungsrat der UZH eine eigene Rechtspersönlichkeit gegeben.

Zwar habe die UZH seither in vielen Punkten Fortschritte gemacht, schreibt Jarren. Noch nicht genügen könnten allerdings «Durchsetzung und Internalisierung bereits eingeführter Grundsätze der Selbstverwaltung».

Tendenz zum Abschieben

Das Prinzip «Selbstorganisation auf allen Stufen» bedeute auch «Selbstverwaltung auf allen Stufen». Dies sei noch nicht überall im Bewusstsein verankert. Namentlich in Konfliktsituationen zeige sich eine «Tendenz, unangenehme Entscheidungen nach oben zu delegieren».

Dies störe die Balance von Eigenverantwortung und subsidiärer Unterstützung. Abhilfe schaffen könnte eine noch konsequentere Etablierung von Bewilligungsmechanismen. Es brauche eine «Kultur der kooperativen Verantwortung mit klar definierten Rollen und Kompetenzen».

Eine weitere «Problemzone» ortet Jarren beim Gesetz über die Information und den Datenschutz (IDG). Dieses zwinge die UZH zu einer Form der Öffentlichkeit, welche namentlich das Instrument der internen Begutachtung bedrohe. In der «noblen Absicht, Transparenz zu schaffen» helfe das Gese»z all jenen, die versuchten, «ihre Partikularinteressen auf Kosten der Hochschule durchzusetzen". (sda)