Öffentliche Bauten
Projekt «Kostenklarheit»: Stadt Zürich will günstiger bauen

Nachdem die Stadt Zürich in den letzten Jahren mehrmals wegen ihrer teuren Bauten kritisiert worden war, gab das Hochbaudepartement drei externe Studien in Auftrag, um die Vorwürfe abzuklären. Das Resultat: Zürich baut nicht teurer als andere, bestellt aber mehr.

Merken
Drucken
Teilen
Blick auf die Altstadt von Zürich

Blick auf die Altstadt von Zürich

Keystone

Für Kritik sorgte zuletzt der geplante Bau des Schulhauses Blumenfeld in Affoltern. Weil das Projekt stolze 90 Millionen Franken kosten soll, vermuteten bürgerliche Politiker, dass die Stadt auf Luxuslösungen setzt und die Kosten ausser Acht lässt.

Stimmt nicht, sagen nun die externen Studien, die das Hochbaudepartement in Auftrag gab. Sie untersuchten die Planungs- und Baukosten von Wohn-, Schul- und Gesundheitsbauten.

Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, baut Zürich gemäss diesen Studien nicht teurer als andere. Oftmals werde aber mehr bestellt. Der Vorwurf der Luxuslösung ist also doch nicht ganz abwegig, kann doch gemäss Studien «der grösste Hebel für Kosteneinsparungen in der Bedarfsklärung» angesetzt werden.

Wann ist etwas «gut genug für Zürich»?

«Hauptkostentreiber sind der Flächenbedarf und die Nachfrage nach besseren Ausbaustandards», wird Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) in der Mitteilung zitiert. Darüber müsse man debattieren. Man müsse gemeinsam festlegen, was gut genug sei für Zürich.

Mit dem Projekt «Kostenklarheit» will Odermatt die interne Diskussion über Baukosten lancieren, um sie so - wo sinnvoll - auch senken zu können. Dabei warnt er aber vor kurzfristigen Sparübungen. Vermeintliche Kostensenkungen dürften nicht auf die nächste Generation überwälzt werden.

Weil bei den Ansprüchen am meisten gespart werden kann, will Odermatt den «Bestellprozess genauer unter die Lupe nehmen». Gemeinsam mit den betroffenen Departementen müssten Bedürfnisse kritisch hinterfragt und Bestellungen gründlich überprüft werden.

Odermatt persönlich wacht über «Unvorhergesehenes»

Zudem soll mit dem Projekt «Kostenklarheit» die Umsetzung von gesetzlichen Richtlinien genauer untersucht werden. Das heisst, dass Ermessensspielraum ausgenutzt werden soll, wenn damit gespart werden kann. Künftig dürfen Mittel für «Unvorhergesehenes» ausserdem nur noch von Odermatt persönlich freigegeben werden.

Auf allen Ebenen der Verwaltung und in allen Departementen wolle man sorgfältig mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen, wird Odermatt zitiert. «Es gibt keine Geldverschleuderer» - aber man könne sich verbessern.