Altstetten
Projekt «Gartenkind»: Diese Schüler sind wahre Kartoffelkenner

Das Projekt «Gartenkind» bringt Schulklassen Gartenarbeit näher.

Esther Laurencikova
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Shirin und Sheila haben erfolgreich geerntet
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Kartoffelernte Kinder
Sallan zeigt stolz die Ernte aus seinem Beet
Langsam füllt sich der Eimer mit Erntegut
In der Küche wird eifrig das Mittagessen vorbereitet

Shirin und Sheila haben erfolgreich geerntet

Esther Laurencikova

Mit voller Kraft sticht die Fünftklässlerin Sheila die Gartengabel in die Erde und lockert sie auf. Ihre Klassenkameradin Shirin, eine Spitzhacke in der Hand, macht sich gleich an die Arbeit und scharrt nach Erntegut. Tatsächlich kommen einige gelbe Knollen zum Vorschein. Stolz nimmt Shirin zwei zusammengewachsene Kartoffeln in die Hand und verkündet: «Siamesische Zwillinge!» Danach wandert der sonderbare Fund in einen grünen Kübel, welcher bereits mit einigen Kartoffeln gefüllt ist.

Auch die anderen Kinder der 5. Klasse des Schulhauses Chriesiweg in Altstetten sind an diesem Dienstagmorgen im Schulgarten eifrig mit Gartenarbeit beschäftigt. Für die Klasse ist die Ernte der Abschluss des «Kartoffelprojekts», in welchem sie in den letzten Monaten mehr über die Pflanze und das Grundnahrungsmittel Kartoffel gelernt haben. Angebunden ist es an das Projekt «Gartenkind» der Organisation für Bio- und Naturgarten (Bioterra). «Unser Ziel ist es, den Kindern den Kreislauf in der Natur anhand der Kartoffel näher zu bringen», sagt Pascal Pauli, Leiter des Projekts «Gartenkind».

Kartoffeln und Tomaten

Jede Fünftklässlerin und jeder Fünftklässler im Chriesiweg durfte in diesem März auf einem kleinen Stück Grünfläche im Schulgarten Kartoffeln anpflanzen. Während acht Lektionen, die über die letzten Monate verteilt waren, lernte die Schulklasse die Kartoffel auf dem «Acker» und im Schulzimmer kennen. «Die Kinder lernen, wie ein Boden für eine Bepflanzung vorbereitet wird, die Kartoffeln gepflegt werden und am Schluss erfolgreich geerntet wird», sagt Pauli. Im Schulzimmer lerne die Schulklasse dann etwas über die Geschichte und die Biologie des Nachtschattengewächses. «Zum Beispiel, dass die Tomate und die Kartoffel zur gleichen Gemüsesorte gehören», sagt Fünftklässler Sallen und klopft sich die Gartenerde von der Hose.

Schweizweit wird das «Kartoffelprojekt» derzeit mit dreissig Klassen durchgeführt, geerntet wird in diesen Wochen nicht nur im Schulhaus Chriesiweg, sondern auch im Gurtenpark in Bern und im Schulhaus Mattenbach in Winterthur. Mit dem Rahmenprojekt «Gartenkind» wurden seit dem Start im Jahr 2014 bereits 68 Gartenstandorte ermöglicht. Das Angebot der Kurse richtet sich nicht nur an Schulklassen. «Derzeit besuchen etwa 900 Kinder unsere Gartenkurse in ihrer Freizeit», sagt Pauli.

«Den Kindern hat dieses Projekt grossen Spass gemacht», sagt Lehrerin Elisabeth Messerli, «alle haben grossen Einsatz gezeigt.» Für das Schulhaus Chriesiweg ist die Arbeit im Garten aber nicht vollständig beendet. «Das Kartoffelprojekt dient dem Einstieg in die Gartenarbeit. In der nächsten Phase werden wir mit der Klasse Dinkel im Schulgarten anpflanzen», sagt Pauli.

In der Küche auf dem Schulgelände werden die geernteten Kartoffeln gleich zu Bratkartoffeln und Kartoffelsalat verarbeitet. Die beiden Schülerinnen Assma und Derya sind eifrig am Schnittlauch schneiden. Sie freuen sich darauf, ihren Eltern die eigenen Kartoffeln zeigen zu können. In ein paar Stunden soll nämlich die Ernte auf dem Teller landen und mit einem gemeinsamen Mittagessen auf dem Schulplatz ordentlich gefeiert werden.