Eine neue Berechnungsmethode erlaubt im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen vom Herbst erstmals Prognosen zu den Wählergewinnen und -verlusten aller Parteien in den Kantonen. Demnach stehen die Chancen gut, dass die Zürcher FDP im Oktober als erfolgreichste Kantonalpartei abschneiden wird, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Laut Prognose kann sie im besten Fall einen Wählerzuwachs von über vier Prozent erreichen, so viel wie sonst keine Partei in keinem Kanton. Auf der andern Seite der Skala stehen die Grünen aus Genf: Ihnen drohen Wählerverluste von mehr als fünf Prozent.

Politologe Thomas Milic analysiert die Wahltrends im Hinblick auf die Nationalratswahlen im Herbst und erklärt, weshalb die FDP derzeit so gefragt ist.

Politologe Thomas Milic analysiert die Wahltrends im Hinblick auf die Nationalratswahlen im Herbst und erklärt, weshalb die FDP derzeit so gefragt ist.

Die gegensätzlichen Perspektiven der beiden Parteien beschränken sich nicht nur auf diese zwei Kantone: Die FDP dürfte nahezu überall zulegen, nur in manchen Westschweizer Kantonen könnten die Resultate leicht negativ ausfallen. Bei den Grünen zeichnen sich indes flächendeckende Verluste ab. Diese negative Tendenz kann auch die SP nicht auffangen, für die sich keine wesentlichen Verschiebungen abzeichnen.

Weil die SVP trotz Verlusten in drei Hochburgen insgesamt solid abschneiden dürfte, zeichnet sich eine Stärkung des rechtsbürgerlichen Lagers ab. Erstellt hat die Prognose Daniel Bochsler für die «NZZ am Sonntag». Der Professor des Zentrums für Demokratie Aarau stützte sich dabei auf die Daten der kantonalen und nationalen Wahlen seit 1995. Seine Berechnungen beschränken sich auf jene 17 Kantone mit mindestens drei Nationalratsmandaten. Kleinere Kantone und Graubünden, wo nach dem Majorz gewählt wird, erfasst das Modell nicht.