Raumentwicklung
Pro Sekunde werden im Kanton Zürich 1,8 Quadratmeter überbaut

Das Siedlungswachstum im Kanton Zürich ist ungebrochen. Zwischen 1983 und 2007 ist das Siedlungsgebiet um 5800 Hektaren gewachsen. Das entspricht etwa der siebenfachen Fläche des Greifensees.

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Baustelle Brütsch-Rüegger in Urdorf (Symbolbild; Foto Flavio Fuoli)

Baustelle Brütsch-Rüegger in Urdorf (Symbolbild; Foto Flavio Fuoli)

Limmattaler Zeitung

Damit werden mittlerweile mehr als ein Fünftel der Kantonsfläche von 172'900 Hektaren für Siedlungzwecke verwendet, wie das Statistische Amt des Kantons Zürich am Montag mitteilte. Knapp ein Drittel davon ist bewaldet, zwei Fünftel werden landwirtschaftlich genutzt.

Seen, Flüsse und Feuchtgebiete machen rund sechs Prozent aus, wie aus der aktuellen schweizerischen Arealstatistik hervorgeht. Mit seinem hohen Siedlungsanteil zählt Zürich hinter Basel-Stadt und Genf zu den am dichtesten besiedelten Räumen der Schweiz.

Auf Kosten des Kulturlandes

Die Ausdehnung der Siedlungsfläche, zu der neben Gebäuden und Strassen auch Stadtparks oder Schrebergärten gehören, erfolgte in Zürich vor allem auf Kosten des Kulturlandes: So sind seit 1983 zahlreiche Äcker, aber auch Obst-, Reb- und Gartenbauflächen verschwunden. Die Fläche der ökologisch wertvollen Feldobstbestände hat sich seither nahezu halbiert.

Die Entwicklung im Kanton Zürich ist Ausdruck das anhaltenden Siedlungsdruckes im schweizerischen Mittelland, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Allerdings wachsen in Zürich die Siedlungsflächen deutlich schneller als im schweizerischen Durchschnitt: Während in der Schweiz pro Sekunde rund ein Quadratmeter Land überbaut wird, sind es im Kanton Zürich 1,8.

Auf den ganzen Kanton verteilt

Dabei zeigt sich, dass die neuen Siedlungsgebiete nicht etwa nur in stadtnahen Gebieten entstanden, sondern sich nahezu auf den gesamten Kanton verteilten.

Als Hauptursachen für den Siedlungsdruck im Kanton Zürich nennt das Statistische Amt den steigenden Pro-Kopf-Bedarf an Wohnfläche, aber auch das starke Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum. So hat seit 1985 sowohl die Zahl der Einwohner als auch jene der Beschäftigten um rund 20 Prozent zugenommen.