Stadtrat Raphael Golta (SP), Vorsteher des Sozialdepartementes, bezeichnete am Mittwochabend das Projekt als "sehr anforderungsreich". Aber es sei ein "sinnvoller Kanal", den die Stadt auf der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge auch nutzen wolle. Das Stadtparlament hat das Postulat der SP mit grossem Mehr unterstützt.

Die Stadt Zürich muss pro Jahr rund 1800 Asylsuchende aufnehmen. Da die Aufnahmequote ab Januar 2016 von 0,5 auf 0,7 pro 1000 Einwohner steigt, erhöht sich die Zahl um 800 Personen. Schon das sei ein "grosser Hosenlupf" sagte Golta.

Das Postulat unterstützt eine Idee, welche bereits Ende September auftauchte. Damals hatte der Stadtrat verschiedene Massnahmen zur Bündelung und Koordination privater Hilfsangebote angedacht - beispielsweise ein Gastfamilien-Projekt und der vermehrte Einbezug des Freiwilligen-Hilfsprojekts Transfair der Asylorganisation AOZ.

Zusammen mit der AOZ, der Flüchtlingshilfe und anderen Organisationen soll denn auch das neuste Pilotprojekt ausgearbeitet werden.

Die Mehrheit (SP, Grüne, AL, GLP, CVP, FDP) bezeichnete den Zeitpunkt für ein solches Projekt als ideal. Allerdings dürften sich Private daran nicht bereichern. Zudem soll diese Art der Unterbringung nicht teurer sein als in erprobten Einrichtungen.

Gegen das Projekt sprach sich die SVP aus. Es sei inhaltlich unvernünftig und sende ein vollkommen falsches Signal aus, sagte ihr Sprecher. Das Postulat wurde mit 96 Ja- gegen 22 Nein-Stimmen an den Stadtrat zur Prüfung überwiesen.