Zürich
Preishammer bei Limebike: E-Trottis kosten jetzt das Doppelte

Schweizer Fans der ausleihbaren Elektro-Trottinetts des US-Startups «Lime» müssen seit Mittwoch tiefer ins Portemonnaie greifen: Neu kostet eine 30-Minuten-Fahrt mit den E-Scootern 10 Franken – vorher war es halb so viel.

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Von Kalifornien die Welt erobert: Die «Lime»-Trottinetts im Einsatz in Santa Monica.

Von Kalifornien die Welt erobert: Die «Lime»-Trottinetts im Einsatz in Santa Monica.

watson.ch

In Zürich grassiert das Sharing-Fieber. Seit diesem Sommerhaben es besonders die grünen Elektro-Trottis des US-Anbieters «Lime» den Zürchern angetan. Jetzt müssen Fans der ausleihbaren E-Scooter aber tiefer ins Portemonnaie greifen: Neu kostet die Minute mit dem Trottinett 30 Rappen – doppelt so viel wie vorher.

Für eine 30-minütige Fahrt müssen Nutzer somit neu zehn Franken zahlen. Bis Ende August zahlte man für dieselbe Fahrzeit lediglich 5,50 Franken. Das Entriegeln der Trottis kostet weiterhin einen Franken.

«Dieser Schritt war nötig, um den Betrieb in gewohnter Qualität aufrechthalten zu können», sagt «Lime»-Sprecher Roman Balzan zu watson. Mit dem Übergang vom Pilotbetrieb zum Normalbetrieb habe mehr Personal angestellt werden müssen, was zusätzliche Kosten verursache. Ausserdem will das Unternehmen in weitere Schweizer Städte expandieren. In welche will Balzan aber nicht verraten; Nur so viel: Bern ist nicht Teil des Plans.

Wer regelmässig mit den E-Trottis von «Lime» rumflitzt, hat bemerkt, dass gewisse Geräte oft nicht nutzbar sind und im Wartungsmodus stehen. Grund dafür sei die hohe Nachfrage, sagt Balzan: «Dadurch kann es passieren, dass die Geräte entweder einen tiefen Batterieladestand aufweisen oder ein anderes Problem aufgetaucht ist.» Das Trottinett schalte sich dann automatisch in den Wartungsmodus und sende einen Alarm an die Firma.

Reichweite erhöht

Seit Mittwoch hat Lime «auch» eine neue E-Scooter-Generation auf die Zürcher Strassen gebracht. Die neuen Flitzer – Modell Segway ES2 – haben vorne und hinten Lichter und die Reichweite ist von rund 37 Kilometern auf 50 Kilometer gestiegen.


Zürich war die erste Stadt in Europa, in der die grünen Trottinetts versuchsweise zum Einsatz kamen. Geortet werden kann das E-Trottinett über die App, die den Standort des nächsten Geräts auf dem Smartphone anzeigt. Um es entriegeln zu können, muss eine Kreditkarte hinterlegt werden. Das Elektro-Trottinett können nach Gebrauch theoretisch an jedem beliebigen Ort abgestellt werden.

Die Publibikes lassen auf sich warten

Seit dem 23. August sind die Publibikes in Zürich vom Erdboden verschwunden. Sie mussten umgerüstet werden, nachdem klar wurde, dass die Veloschlösser leicht zu knacken sind und zahlreiche Fahrräder auch tatsächlich geklaut wurden. In «spätestens zwei Wochen» sollten die ersten Leihvelos wieder verfügbar sein, hiess es damals. Wie das Regionaljournal von Radio SRF herausgefunden hat, werden die dunkelgrauen Bikes aber nicht so bald wieder in der Stadt aufgetauchen. Das Schloss müsse zuerst neu konzipiert, ein Prototyp erstellt und dieser intern und extern getestet werden. Danach müssen die neuen Teile hergestellt und die Schlösser damit aufgerüstet werden. Wie lange das dauern wird, will Publibike nicht sagen.