«Fall Carlos»

PR-Berater hatte Pflicht zur Geheimhaltung: Strafverfahren eröffnet

Carlos beim Kampfsporttraining (Archiv)

Carlos beim Kampfsporttraining (Archiv)

Roger Huber, der während Monaten den Zürcher Oberjugendanwalt Marcel Riesen im «Fall Carlos» beriet, hat in seinem Vertrag «eine umfassende Geheimhaltungsverpflichtung». Das sagt Benjamin Tommer, Sprecher der Justizdirektion, der «NZZ am Sonntag».

Die Geheimhaltungsklausel ist deshalb von Belang, weil Huber im Verdacht steht, geheime Fotos der Justizdirektion an den «SonntagsBlick» weitergegeben zu haben. Am letzten Dienstag hat die Zürcher Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Amtsgeheimnisverletzung eröffnet.

Graf stoppte Deal mit «Carlos»

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat das Amt für Justizvollzug nach der Veröffentlichung der Fotos im «SonntagsBlick» einen Deal mit «Carlos» geplant. Dieser hätte enthalten: Das Amt zieht zwei Strafanzeigen gegen den Jugendlichen wegen Sachbeschädigung zurück. Im Gegenzug unterschreibt «Carlos» eine Desinteresse-Erklärung im Fall der allfälligen Amtsgeheimnisverletzung. Eine solche Erklärung ist Voraussetzung dafür, dass die Staatsanwaltschaft ein Offizialdelikt, wie es eine Amtsgeheimnisverletzung ist, nicht untersucht. Allerdings stoppte Justizdirektion Martin Graf den Deal, wie er der «NZZ am Sonntag» sagt. (az)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1