In Hotellobbys, Aufzügen und Warenhäusern ist Hintergrundmusik längst üblich. Nicht so auf Bahnhöfen. Dort dienen die Lautsprecher ausschliesslich betrieblichen Durchsagen. Seit Dezember führen die SBB jedoch einen Test am Bahnhof Löwenstrasse durch – im Mitte 2014 eröffneten Teil des Zürcher Hauptbahnhofs. «Der Bahnhof Löwenstrasse ist hell konzipiert, wirkt dadurch sauber und gibt ein Gefühl der Sicherheit», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli. «Aber das Erscheinungsbild ist dadurch eher kühl. Die Musik hilft, eine wärmere Atmosphäre zu schaffen.» Das Konsumverhalten der Pendler zu beeinflussen sei nicht das Ziel. Was die vielen Zugreisenden vom Soundteppich halten, wollen die Verantwortlichen mittels gezielten Befragungen eruieren. Ende Juli sollten diese abgeschlossen werden. Doch da die Resultate noch ausstehen, wird der Test bis auf weiteres fortgesetzt.

Wenige Reklamationen

Die anfänglichen Reaktionen sprechen eher für eine definitive Einführung. Gemäss Schärli hielt sich die Zahl der Reklamationen bisher in Grenzen. Vereinzelte meldeten sich, weil sie die Dauerberieselung für unnötig hielten. Es seien aber auch positive Rückmeldungen eingegangen. Und nach der Einführungszeit verhallte das Echo ganz, «was eher als positiv zu werten ist», sagt Schärli.

Im Frühjahr wurde das Testgebiet auf die Ladenpassage beim Bahnhof Museumstrasse erweitert. Was sich die SBB die Hintergrundmusik kosten lassen, behalten sie für sich. Auch zur Musikwahl machen sie keine näheren Angaben. Man achte jedoch darauf, dass die Musik der Tageszeit entsprechend angepasst werde und zu Stosszeiten eher ruhigere Töne zu hören sind, sagt Schärli. «Auf jeden Fall soll die Musik dezent sein – und nicht wie ein Warm-up zur Street Parade klingen.»