Das Vorgehen ist immer ähnlich: Ein Auto mit zwei bis drei Personen hält am Strassenrand an. Eine Mitfahrerin spricht das Opfer an und fragt nach dem Weg ins nächste Spital. Hat sie die Auskunft erhalten, steigt einer der Täter aus dem Auto, umarmt das Opfer und bedankt sich überschwänglich für die Hilfe.

Während der Umarmung werde der Halsschmuck des Opfers geschickt entfernt und durch eine wertlose Halskette ersetzt, heisst es in einer Mitteilung der Stadtpolizei Zürich vom Mittwoch. Das Opfer bemerke den Diebstahl meist erst später.

Die Stadtpolizei Zürich ruft deshalb zu erhöhter Vorsicht auf und rät, einige Verhaltensregeln zu beachten. So solle man unbedingt Distanz wahren, wenn man von Unbekannten auf der Strasse angesprochen wird, und auf keinen Fall sollte man sich umarmen oder am Körper anfassen lassen. Wer bedrängt wird, sollte zudem andere Passanten darauf aufmerksam machen und um Hilfe bitten.

Bekannt ist diese Masche auch der Kantonspolizei Thurgau. Nach der Festnahme von Trickdieben in Matzingen sucht sie die rechtmässigen Besitzer von vier Schmuckstücken. Der Mann und die beiden Frauen aus Rumänien hatten ihre Opfer nach dem Weg zu einer grösseren Stadt oder dem Spital gefragt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Mit dem gleichen Trick gingen Diebe auch in weiteren Kantonen vor. Die Luzerner Staatsanwaltschaft meldete vor einer Woche, dass seit April über 60 Mal Menschen auf der Strasse ausgeraubt worden seien. Im Juni war es im Kanton Aargau zu über zehn ähnlichen Fällen gekommen, im Juli vermeldete die St. Galler Polizei Fälle aus Wil, Flawil und Gossau.

Im September stahlen Diebe mit besagtem Trick in Rapperswil SG eine Halskette im Wert von 1500 Franken. Bereits im April und Mai waren Schmuck-Trickdiebe in Biel, im Berner Jura und im Kanton Solothurn unterwegs.