Opfikon
Polizei, Feuerwehr und Rettung werden neu unter einem Dach geschult

Der Grundstein für das neue Ausbildungszentrum Rohwiesen in Opfikon wurde gelegt. Es soll die Ausbildungsstätte für alle Stadtzürcher Blaulichtorganisationen sein.

Astrit Abazi
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Das Ausbildungszentrum Rohwiesen soll die Ausbildungsstätte für alle Stadtzürcher Blaulichtorganisationen sein.

Das Ausbildungszentrum Rohwiesen soll die Ausbildungsstätte für alle Stadtzürcher Blaulichtorganisationen sein.

Limmattaler Zeitung

Das Ausbildungszentrum Rohwiesen (AZR) in Opfikon wird zum Ausbildungsort für alle Blaulichtorganisationen der Stadt Zürich. «Es wird das erste seiner Art in ganz Europa sein», sagte die Stadträtin und Vorsteherin des Sicherheitsdepartements Karin Rykart (Grüne) bei der Grundsteinlegung. Künftig werden hier die Ausbildungsinfrastrukturen der Polizei, der Berufs- und Milizfeuerwehr, des Rettungsdienstes und des Zivilschutzes vereint. Dadurch soll nicht nur die Kombination der theoretischen und praktischen Ausbildung ermöglicht werden. Nach dem Motto «In Krisen Köpfe und deren Kompetenzen kennen» soll auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen gefördert werden.

Das 118,84 Millionen Franken teure Projekt wurde im Juni 2018 von den Stadtzürcher Stimmberechtigten an der Urne abgesegnet. Neben der Instandsetzung des alten Hauptgebäudes wird auch ein neuer, vierstöckiger Erweiterungsbau errichtet. Im Oktober 2022 soll das neue Ausbildungszentrum Rohwiesen seine Tore öffnen.

Vereinigung der Dienste ist zeitgemäss

Das an dieser Stelle bereits bestehende AZR wurde 1973 errichtet und zuletzt 2002 saniert. Obwohl das Grundstück auf dem Gebiet der Stadt Opfikon liegt, gehört es der Stadt Zürich. Ursprünglich diente es zur Aus- und Weiterbildung von Zivilschutzpflichtigen, jedoch wird es seit einigen Jahren auch von den restlichen Blaulichtorganisationen genutzt. Weil die Anzahl Zivilschutzpflichtiger seit den 1990er-Jahren sinkt, wurden vermehrt Dienstleistungen im Bereich Katastrophenschutz, Brandbekämpfung oder Rettungssanität ins AZR verlegt. So werden während 50 Wochen pro Jahr 1500 Kurse mit rund 30 000 Teilnehmertagen durchgeführt. Dabei werden alle Deutschschweizer Berufsfeuerwehrleute und Rettungssanitäter aus den Nachbarkantonen im AZR ausgebildet. Künftig soll auch die Grundausbildung aller Polizeikorps des Kantons Zürichs dort stattfinden.

«Eine Vereinigung aller Notrufdienste ist zeitgemäss, da die Anforderungen in den letzten Jahren enorm gestiegen sind», fuhr Rykart weiter. Heutzutage sei eine gute Vernetzung zwischen den Diensten eine Voraussetzung. Das neue AZR würde es so den Angehörigen ermöglichen, bereits während ihrer Ausbildungszeit Kontakte zu knüpfen. Als symbolische Geste legten Karin Rykart, der Zürcher Stadtrat André Odermatt (SP), die Stellvertretende Hochbaudirektorin Sandra Zacher und die Architektin Astrid Staufer diverse Objekte wie ein Taschenmesser und Spielzeug-Polizeiautos sowie Modelle von Schutz und Rettung in eine Zeitkapsel, welche ins Fundament des Neubaus eingelassen wurde.

Weil die Schule Auzelg jenseits der Grenze zur Stadt Zürich über keine Baureserven mehr verfügt und die Infrastruktur wegen steigender Schülerzahlen an ihre Grenzen kommt, wird auch eine Einfachsporthalle in das Ausbildungszentrum Rohwies integriert. Für die rund 240 Schülerinnen und Schüler der Schule Auzelg, die gegenwärtig für ihren Sportunterricht in die Sporthalle Aubrücke müssen, verkürzt sich dadurch der Fussweg von zehn auf ungefähr vier Minuten.

Der Weg wurde so ausgelegt, dass auch jüngere Kinder diesen selbstständig begehen können. «Es freut mich, dass Kinder aus der Stadt Zürich in Opfikon den Sportunterricht besuchen dürfen», sagte Odermatt. «Das ist hoffentlich der erste Schritt zu einer engeren Zusammenarbeit mit Opfikon.»