Tösstal
Polizei ermittelt nach Streit um Pommes frites und Kotelett

Um das Berggasthaus Sennhütte in Fischenthal ist ein langer Streit entstanden. Angefangen hat es mit einem Gast, der nicht zufrieden war mit der ihm servierten Mahlzeit. Seine Unzufriedenheit tat er im Internet kund, woraufhin die Wirtsleute Anzeige gegen ihn erstatteten.

Tanja Bircher
Drucken
Teilen
Wegen ein paar Pommes Frites musste die Justiz aktiv werden. (Symbolbild)

Wegen ein paar Pommes Frites musste die Justiz aktiv werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/ECKEHARD SCHULZ

Rund um die neuen Pächter des Berggasthauses Sennhütte in der Gemeinde Fischenthal im Bezirk Hinwil sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten entstanden. Ein Gast, der sein Essen zurückgegeben hatte, plant eine Anzeige wegen Verleumdung. Gemäss Aussagen mehrerer Personen wurden die zwei Wirte zudem beim Diebstahl erwischt.

Das Wirtepaar der «Sennhütte» auf der Strahlegg befindet sich mit mehreren Personen im Rechtsstreit. Die Anzeigen gegen sie reissen nicht ab, wie sich jetzt zeigt. Mit ihrer Klage gegen den Gast Ralf Ponzetto haben Angela Schulz und Urs-Werner Merkli ein juristisches Hickhack losgetreten.

«Stinkfreundlich verabschiedet»

Der Winterthurer sagt, er habe Anfang Jahr im Berggasthaus einen Teller mit Pommes und Kotelett zurückgegeben, weil er mit der Qualität des Essens nicht zufrieden gewesen sei. Später hat er auf Tripadvisor und Google eine negative Rezension hinterlassen. Geschäftspartner Urs-Werner Merkli widerspricht der darin formulierten Schilderung. «Ponzetto hat alles aufgegessen und sich stinkfreundlich verabschiedet», sagt er.
Deswegen erstatteten die Wirtsleute Anzeige gegen Ponzetto wegen übler Nachrede. Diese wurde von der Staatsanwaltschaft aber nicht an die Hand genommen.

Ponzetto reicht das nicht. Verschiedene Aussagen Merklis in lokalen Medien hatten Ponzetto derart aufgebracht, dass er nun seinerseits wegen Verleumdung klagt. Dazu hat er sich bei den damaligen Tischnachbarn eine schriftliche Bestätigung für seine Version der Geschichte eingeholt.

Es bleibt spannend

Die entsprechenden Unterschriften liegen lokalen Medien vor. «Ich habe am Montag Anzeige erstattet und sämtliche Beweise vorgelegt», sagt Ponzetto. Die Kantonspolizei werde Merkli vorladen und befragen. «Ob Anklage erhoben wird, konnte mir der Polizeibeamte natürlich nicht bestätigen.»

Es bleibe also spannend, sagt Ponzetto. «Und das alles wegen eines Essens von 21.50 Franken. Aber Merkli hatte sechs Monate Zeit, sich bei mir zu entschuldigen.»
Es werden aber noch mehr Vorwürfe gegen die zwei Wirte laut. Gemäss mehreren voneinander unabhängigen Personen, die anonym bleiben wollen, wurden Schulz und Merkli kürzlich beim Diebstahl erwischt.

Demnach hat jemand die beiden beobachtet, wie sie fremdes Brennholz auf einen Anhänger luden und abführten. Der Mann sei den beiden mit dem Auto gefolgt und habe die Polizei informiert. Die Besitzerin des Holzes werde ebenfalls Anzeige erstatten, heisst es. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt den Eingang einer entsprechenden Meldung. Erste Abklärungen seien im Gange, sagt Sprecher Ralph Hirt.

Die Pächterin Angela Schulz und ihr Geschäftspartner Urs-Werner Merkli wollten zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.