Am 18. Oktober finden die Nationalrats- und Ständeratswahlen statt. Nun hat die heisse Phase des Wahlkampfes begonnen: Die Listennummern für die 35 Parteien und Gruppierungen, die einen der 35 Zürcher Nationalratssitze erobern wollen, sind in der vergangenen Woche gezogen worden. Am kommenden Mittwoch werden sämtliche Namen der 873 Kandidatinnen und Kandidaten publiziert. Gleichzeitig wird definitiv bekannt gegeben, welche Parteien mit welchen anderen Parteien und Gruppierungen eine Listenverbindung eingehen.

Die ersten Plakate hängen bereits, zudem präsentieren sich die Kandidaten mit Inseraten, und es folgen Podien Schlag auf Schlag. Das sind gute Möglichkeiten, um Kandidierende besser kennen zu lernen. Das Internetzeitalter eröffnet aber weitere Möglichkeiten.

Ab heute können alle Interessierten über einen Link auf der Homepage der «Limmattaler Zeitung» (siehe unten) selbst und rasch herausfinden, welche Partei oder welche einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten am besten zu ihnen passen. Wir arbeiten mit dem Verein Vimentis zusammen, dessen Grafiken – «Spider» – wird nutzen.

Derzeit sind noch nicht alle Listen und Gruppierungen aufgeschaltet. So haben sich beispielsweise Vimentis und die Zürcher SVP erst gestern Abend getroffen (der Spider von Hans Ueli Vogt stammt denn auch wie jener von GLP-Maier noch von den Kantonsratswahlen in diesem Frühling).

In den kommenden Tagen werden die fehlenden Listen folgen. Auch die Zahl der Politiker, die die Fragen beantwortet haben, wird weiter steigen. Laut Daniel Geissman, Vorstandsmitglied von Vimentis, haben die Politiker bis 20. September Zeit, um ihre Daten zu übermitteln. Die Teilnahme ist freiwillig; jeder Politiker kann selber entscheiden, ob er den Fragebogen ausfüllen will. Doch um die potenziellen Wähler zu erreichen, ist das Internet ideal. «Wir rechnen damit», sagt Geissmann, «dass schliesslich 70 bis 80 Prozent der Kandidaten mitmachen werden.»

Wir haben schon mal zufällig die Profile verschiedener Kandidaten der im Bundesparlament vertretenen Parteien für Sie herausgegriffen (vgl. Grafiken). Daraus lässt sich etwa ablesen, wie stark sich die Grünen und Grünliberalen, trotz ihrer gemeinsamen Herkunft, unterscheiden. Auch zwischen den FDP- und SP-Nationalräten Hans Peter Portmann und Daniel Jositsch gibt es nur wenig Berührungspunkte – einzig im Ast «Liberale Gesellschaft» kommen sie in etwa auf den selben Wert.

So funktioniert es

Doch wie kommen Sie zum eigenen Profil? Wenn Sie sehen wollen, wo Sie stehen und welche Nationalratskandidaten Ihnen inhaltlich am nächsten sind, klicken Sie den Hauptbutton «Persönliche Wahlempfehlung für Nationalrat erstellen» und beantworten die Fragen. Wollen Sie sich mit den Ständeratskandidierenden vergleichen, drücken Sie den Hauptbutton «Persönliche Wahlempfehlung für den Ständerat erstellen».

Wenn Sie ohne diesen Vergleich gleich wissen wollen, welche Partei und welche Kandidierenden welches Profil haben, klicken Sie unterhalb der Hauptbuttons auf «Nationalrat» oder «Ständerat».

Klicken Sie auf «Nationalrat», öffnet sich ein Fenster mit allen Parteien. Jetzt können Sie den Wahlkreis auswählen, also «Zürich». Und schon sind Sie mittendrin. Wenn Sie nun eine Partei anpeilen, zeigt Ihnen das System automatisch deren Profil.

Wenn Sie jetzt in jede einzelne Partei hineinklicken, ersehen Sie gleich auch das Profil jedes Kandidierenden. Klicken Sie einen von ihnen an, sehen Sie ihn mit Bild und seinem Profil. Klickt man beim Kandidaten zusätzlich auf den Button «Politische Position», findet man die 73 Fragen und wie sie beantwortet wurden.

Mit den «Spidern» will Vimentis die Transparenz erhöhen, wie Geissman sagt. «Wir wollen so die Hemmschwelle senken, an den Wahlen teilzunehmen.»

Dank Spider und Vergleichsmöglichkeiten bekomme man als Wähler schnell eine gute und verlässliche Übersicht. Doch wie ist es mit der Datensicherheit, wenn ein User seinen eigenen Spider erstellt?

Geissmann: «Die Daten sind sicher, andere User können die politische Position des ‹Nachbarn› nicht einsehen. Es sei denn, man teilt diesen freiwillig auf Facebook oder man veröffentlicht ihn in seinem Profil.»

Hier geht es zu den Profilen der Politiker.