Zürich

Podiumsdiskussion zum Geldspielgesetz: Swiss Casinos laden Jungfreisinnige kurzfristig wieder aus

Swiss Casinos Zürich hat die Veranstaltung der Jungpartei kurzfristig wieder abgesagt. (Symbolbild)

Swiss Casinos Zürich hat die Veranstaltung der Jungpartei kurzfristig wieder abgesagt. (Symbolbild)

Eigentlich hätte die Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen des Kantons Zürich in den Räumlichkeiten von Swiss Casinos Zürich stattfinden sollen. Daraus wird nun allerdings nicht. Drei Wochen vor der Veranstaltung wurde die Jungpartei wieder ausgeladen.

Am 10. Juni stimmt das Schweizer Stimmvolk über das Geldspielgesetz ab. Die Jungfreissinnigen des Kantons Zürich planten, im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung eine Podiumsdiskussion mit je zwei Befürwortern und Gegnern der Vorlage im Gebäude von Swiss Casinos Zürich abzuhalten. Daraus wird nun allerdings nichts. Swiss Casinos Zürich hat die Jungpartei drei Wochen vor der Veranstaltung wieder ausgeladen.

Begründet wurde die Absage mit der "politischen Situation". Bei den Jungfreisinnigen zeigt man sich ob des Entscheids enttäuscht. Auf Facebook schreiben sie als Reaktion: "Wir sehen uns in unserer Meinung bestärkt, dass die Kasino-Lobby nichts mehr fürchtet als Konkurrenz und die Debatte über ihre staatlichen Privilegien." Sandro Lienhart, Präsident der Jungfreisinnigen des Kantons Zürich, findet es schade, dass die politische Diskussion auf diese Weise geführt werde. Das Vorgehen zeige, dass den Befürwortern der Abstimmung die Argumente fehlten.

"Unwahr und ehrverletzend"

"Auf ihrer Website stellen uns die Jungfreisinnigen als undemokratische Lobbyisten dar, was nicht der Wahrheit entspricht und ehrverletzend ist", nimmt Marc Baumann, CEO von Swiss Casinos, gegenüber der "NZZ" Stellung. Die offene Diskussion sei sehr wertvoll, müsse aber konstruktiv und sachlich verlaufen. "Wir mussten damit rechnen, dass unser Casino von den Jungfreisinnigen für eine unsachliche Darstellung der Gesetzesvorlage missbraucht wird."

Als Folge wurde die Veranstaltung abgesagt. Mit den Vorwürfen ist Lienhart zwar nicht einverstanden, der Jungpartei bleibt nun allerdings nichts anderes übrig, als sich nach anderen Räumlichkeiten umzusehen.

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