Zürich
Plötzlich weg: Warum die Glocken am Hauptbahnhof verschwunden sind

Heimlich, still und leise sind die Glocken an der Ostfassade des Zürcher Hauptbahnhofs verschwunden. Ebenso fehlt die goldene Säule. Dies hat jedoch einen einfachen Grund: Sie werden saniert.

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Im mittleren der drei Türmchen an der Ostfassade sind die Glocken normalerweise zuhause. Im Moment werden sie jedoch im luzernischen Triengen saniert. (Themenbild)

Im mittleren der drei Türmchen an der Ostfassade sind die Glocken normalerweise zuhause. Im Moment werden sie jedoch im luzernischen Triengen saniert. (Themenbild)

Keystone

Sie hängen seit 1871 da: Die Glocken in der Ostfassade des Zürcher Hauptbahnhofs. Doch seit einiger Zeit ist das Türmchen oberhalb des Seiteneingangs leer. Auch die goldene Säule ist verschwunden. Doch weshalb?

Die "NZZ" hat recherchiert und herausgefunden, dass ein Diebstahl ausgeschlossen werden kann. Einerseits kommt man zu den Glocken gar nicht hin, ohne dass es die Polizei mitkriegt. Wer nämlich den Balkon auf den östlichen Arkaden betreten will, riskiert einen Alarm. Andererseits hat das Verschwinden einen ganz einfachen Grund: Die Glocken und die Säule werden saniert.

Vor etwa vier Wochen hat die Firma Muff die Glocken herausgelöst und ins luzernische Triengen abtransportiert. Nur hat das kaum jemand bemerkt. Eigentlich hätte alles bis zum Christkindlimarkt fertig sein sollen, doch in der Zwischenzeit hat sich die Denkmalpflege eingeschaltet. Sie ist zwar mit der Sanierung im Grunde einverstanden, will aber im Detail mitreden. Aus diesem Grund verzögert sich die Rückkehr der Glocken, doch im Frühling sollten sie wieder an ihrem angestammten Platz sein.