Städteranking
Platz 12: Millennials finden Zürich attraktiv

Erstmals wird die Attraktivität von Städten anhand der Wahl des Wohnortes von 18- bis 35-Jährigen bewertet. Zürich schneidet im Bereich Nachtleben gut ab, Aufholbedarf gibt es aber beim Bierpreis

Lina Giusto
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In der Kategorie Freizeit des Städterankings von Nestpick erreicht Zürich fast 20 Punkte und folgt damit auf Amsterdam, Berlin und Lissabon.

In der Kategorie Freizeit des Städterankings von Nestpick erreicht Zürich fast 20 Punkte und folgt damit auf Amsterdam, Berlin und Lissabon.

Keystone

Zürich ist für die Generation Y attraktiv. Also für jene Personen, die derzeit zwischen 18 und 35 Jahren alt sind. Besonders in den Bereichen Arbeitsmarkt, Start-up-Szene, Internetgeschwindigkeit, Zugang zu Verhütungsmitteln, Geschlechtergleichheit, Toleranz gegenüber Zugezogenen und Nachtleben schätzen die Jungen das Leben in der Limmatstadt. Im Ranking von Nestpick, einem Berliner Start-up, das online Wohnungen in über 30 Ländern vermittelt, belegt Zürich in der 100-Städte-Liste den Platz 12.

Analysiert hat der Wohnungsanbieter, der Menschen aus dem Ausland Hilfe beim lokalen Wohnungsmarkt anbietet, Daten aus über 1000 Städten. Daraus leitet das Unternehmen jene Städte ab, die für Millennials besonders attraktiv sind. Unter den ersten zehn Platzierten, ist Zürich nicht die einzige Stadt, die weniger als eine Million Einwohner aufweist. Auf den vorderen Rängen finden sich Lissabon, Antwerpen oder auch Vancouver.

Die Plattform Nestpick verfügt aufgrund der Wohnungsvermittlungen weltweit über unterschiedlichste Daten darüber, welche Faktoren die Millennials bei der Wahl ihres zukünftigen Wohnortes beeinflussen. Ömer Kücükdere, Geschäftsführer von Nestpick, wird in der Studie folgendermassen zitiert: «Daten von der Weltgesundheitsorganisation bestätigen, dass Millennials die immer gleichen Städte in ihrer Freizeit bereisen. Um genauer zu verstehen, was diese Städte von anderen unterscheidet, haben wir diese Studie erstellt.»
Mit Punkten zwischen 0 und 10 bewertet werden diverse Faktoren der vier Kategorien wirtschaftliches Umfeld, Lebensgrundlagen, gesellschaftliche Offenheit und Freizeit.

Apple-Stores als Grundbedürfnis

In der Kategorie des wirtschaftlichen Umfeldes erreicht Zürich 20,9 Punkte. Dieser Wert setzt sich aus drei Rankings zusammen: Den Möglichkeiten eine Arbeitsstelle zu finden, der Zahl der Start-ups pro Stadtbewohner und der Anzahl Übernachtungen der 18- bis 35-jährigen Touristen pro Jahr. Letztere Daten bezog Nestpick von der Weltorganisation für Tourismus. Bezüglich des wirtschaftlichen Umfeldes liegen lediglich Amsterdam, München und Vancouver vor Zürich. Die holländische Hauptstadt belegt auf dem Gesamtranking weltweit Platz 1.

100

Städte werden von der Internet-Wohnungsvermittlungsplattform Nestpick in ihrem Ranking hinsichtlich Arbeitsplätzen, Nachtleben oder Toleranz gegenüber Zugezogenen bewertet.

Die Limmatstadt liegt bei der Bewertung des Wirtschaftsumfeldes vor Berlin und Barcelona. Die Lebensgrundlagen sind in der Studie anhand von bezahlbaren Mieten – wobei hier eine durchschnittliche Wohnfläche von 39 Quadratmetern angenommen wird –, sowie dem öffentlichen Verkehrsnetz in einer Stadt, über die medizinische Versorgung hin zu den durchschnittlichen monatlichen Kosten für Lebensmittel bewertet worden. Aber auch der Zugang zu schnellem Internet und die Anzahl der Apple-Stores pro Kopf wurden zu den Lebensgrundlagen gezählt. Die sechs Faktoren ergeben für die Stadt Zürich einen Wert von 37,65. Anders als beim wirtschaftlichen Umfeld liegen hier Berlin, Barcelona, Lissabon und Antwerpen vor der grössten Stadt der Schweiz.

Kaum überraschend ist Zürich bei den Miet- und Lebensmittelpreisen vergleichsweise unattraktiv und erhält entsprechende Werte unter 1. Bei der Zahl der Apple-Stores pro Einwohner hingegen erhält Zürich 8,8 Punkte.

Aufholbedarf bei der Offenheit

Bezüglich der gesellschaftlichen Offenheit erreicht Zürich im Städteranking einen Gesamtwert von 21,75 Punkten. Den tiefsten Wert in dieser Kategorie erreicht der Faktor der Freundlichkeit gegenüber der LGBT-Bewegung. Dieser Wert schätzt die Offenheit der Bevölkerung gegenüber der sexuellen Orientierung seiner Mitmenschen, mit 5,6 Punkten, ein.

Dabei stützt sich Nestpick auf Daten von Rainbow Europa, einer Organisation der Europäischen Union, sowie der in einem Land vorherrschenden Gesetzgebung. Dazu gehört beispielsweise die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Besonders gute Werte hinsichtlich gesellschaftlicher Offenheit erreichen die Städte Amsterdam und Vancouver.

Im Freizeitbereich erreicht Zürich einen Wert von 19,4 Punkten. Die Städte Lissabon, Antwerpen, Berlin und Amsterdam erreichen in dieser Kategorie höhere Werte. Auffallend tief ist die Bewertung des durchschnittlichen Bierpreises im Städtevergleich. Als relativ teuer wird dieser eingeschätzt, erreicht Zürich hier doch nur einen Wert von 0,6 Punkten im weltweiten Ranking.