Wer beim Kanton arbeitet, der erhält einen kleinen Beitrag für das Mittagessen. Bei einem Vollzeitpensum kann ein Mitarbeiter im Monat 25 «Lunch-Checks» à 10 Franken beziehen; die Hälfte der monatlich 250 Franken bezahlt der Kanton als Arbeitgeber, die andere wird dem Angestellten direkt vom Lohn abgezogen.

Bis ins Jahr 2005 wurden diese Lunch-Checks auf der Verwaltung noch persönlich verteilt. Um den Aufwand zu verringern, wurden sie dann als Beilage mit der Lohnabrechnung versandt. Dadurch sei der «Abgabeprozess zwar wesentlich vereinfacht» worden, hält die Zürcher Regierung nun in einem Beschluss schriftlich fest. Dennoch: «Anlieferung, Lagerung und die monatliche maschinelle Verpackung sind mit beträchtlichem logistischem Aufwand verbunden.» Im Zeitalter des elektronischen Zahlungsverkehrs sei das nicht mehr zeitgemäss.

Das Geld kommt auf die Karte

Deshalb ist nun das Ende der Lunch-Checks auf Papier gekommen. Der Regierungsrat hat eine «Neuregelung des Verpflegungsbeitrages» beschlossen. Auf Beginn des Jahres 2016 sollen die kantonalen Angestellten demnach die von der Genossenschaft Schweizer Lunch-Check neu herausgegebene Plastikkarte erhalten.

Darauf wird automatisch der einem Angestellten zustehende Betrag geladen. In den Restaurants, die bei diesem System mitmachen, kann mit der Lunch-Karte kontaktlos bezahlt werden. «Dieser Systemwechsel», meint der Regierungsrat, «bringt für alle Beteiligten Vorteile und soll daher vollzogen werden.»

Mittagessen nach dem Mittag

Allerdings gab es im Vorfeld des regierungsrätlichen Entscheides auch kritische Stimmen. Denn die Lunch-Checks auf Papier sind auf 1. Januar 1973 eigentlich für Verwaltungsmitarbeitende eingeführt worden, die über Mittag wegen ihres Arbeitsweges ein Mittagessen auswärts einnehmen müssen. Die Lunch-Checks waren deshalb in der Regel nur werktags von 11 bis 14 Uhr und in limitierter Zahl einzulösen.

Die neue Karte ist demgegenüber unbeschränkt gültig – zeitlich und finanziell (Letzteres natürlich nur, bis das Guthaben aufgebraucht ist). Damit auch weiterhin dem ursprünglichen Lunch-Check-Zweck nachgekommen wird, wurde im Verlaufe der Lunch-Karten-Evaluation unter anderem angeregt, dass pro Tag maximal 30 Franken abgebucht werden könnten. Doch das würde den Zahlungsvorgang bei höheren Beträgen in einem Restaurant unnötig verkomplizieren, hält der Regierungsrat fest. Dieser will zudem grundsätzlich alle Mitarbeitenden, die nicht die Möglichkeit haben, sich in betriebseigenen, vergünstigten Kantinen zu verpflegen, einen Anspruch auf einen monatlichen Verpflegungsbeitrag zugestehen: Dieser soll nicht mehr auf jene beschränkt sein, die auch «tatsächlich auswärts essen müssen». Diese Beschränkungen seien «im Hinblick auf die Bestrebungen nach immer flexibleren Arbeitszeitmodellen teilweise überholt».