Celine war erst 16 Jahre alt, als sie eine Lungenembolie erlitt. Seither ist sie schwerstbehindert. Jetzt wurde eine Klage der Familie gegen Pillenhersteller Bayer abgewiesen.

Die damals 16-Jährige hatte die Antibabypille Yasmin wenige Wochen zuvor eingenommen und daraufhin eine Lungenembolie erlitten. Ihre Familie forderte 5,3 Millionen Franken Schadenersatz und 400'000 Franken Genugtuung von Hersteller Bayer.

Doch nun wurde die Klage der Familie vom Bezirksgericht Zürich abgewiesen. Stattdessen soll Celine 120'000 Franken Prozessentschädigung an Bayer zahlen.

Andrea Schmidheiny, Mediensprecherin des Zürcher Obergerichts, bestätigte einen Bericht der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SF 1 vom Mittwochabend.

Opfer konnte Einnahme fehlerhafter Babypillen nicht beweisen

Das Urteil vom August ist jedoch noch nicht rechtskräftig, denn die Familie hat es ans Obergericht weitergezogen.

Laut «Rundschau» habe die Klägerin nicht darlegen können, dass die von ihr eingenommenen Packungen fehlerhaft waren. Deshalb könne die Produktehaftpflicht nicht angewendet werden.

CSS reicht ebenfalls Klage gegen Bayer ein

Die als Nebenklägerin aufgetretene Krankenkasse CSS, bei der die junge Frau versichert war, hat sich ebenfalls ans Obergericht gewandt. Sie fordert von Bayer mehrere hunderttausend Franken zurück, die sie für Behandlungskosten aufgewendet hat.

In den USA hat Bayer ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche mit mehreren tausend Anspruchstellerinnen geschlossen und über eine Milliarde Dollar bezahlt.