Kirche

Pfarrstellen: Minimum für kleine Zürcher Kirchgemeinden garantiert

Im Zentrum der Parlamentssitzung der reformierten Zürcher Landeskirche stand die Debatte um die Zuteilung der Pfarrstellen. (Im Bild: Reformierte Kirche Schlieren)

Im Zentrum der Parlamentssitzung der reformierten Zürcher Landeskirche stand die Debatte um die Zuteilung der Pfarrstellen. (Im Bild: Reformierte Kirche Schlieren)

Die Zuteilung der Pfarrstellen an die Kirchgemeinden der reformierten Kirchen im Kanton Zürich soll klarer und gerechter geregelt werden. Jede Kirchgemeinde soll neu aufgrund ihrer Mitgliederzahl ein Gesamtpfarrstellenpensum zugeteilt bekommen. Dies entschied die Kirchensynode an ihrer Sitzung vom Dienstag.

Das Parlament der reformierten Zürcher Landeskirche setzte in seiner Sitzung die Beratung der Teilrevision der Kirchenordnung fort. Im Zentrum stand die Debatte um die Zuteilung der Pfarrstellen. So sollen Kirchgemeinden künftig für ihr Pfarramt pro 200 Mitglieder 10 Stellenprozente erhalten.

Damit werde die Zuteilung der Pfarrstellen klarer, berechenbarer und letztlich auch gerechter gestaltet, heisst es in einer Mitteilung der Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich. Kirchgemeinden mit mehr als 2000 Mitgliedern erhalten noch weitere Stellenprozente zugesprochen. Und auch bei besonderen Projekten können Pensen angepasst werden.

Kleinere Gemeinden schützen

Durch dieses System entfielen die Ergänzungspfarrstellen und Zusatzdienste, mit denen die Lücken in der bisher grobmaschigeren Regelung überbrückt worden seien, heisst es weiter. Heute besteht in jeder Kirchgemeinde, unabhängig von ihrer Grösse, ein Pfarramt mit mindestens 60 Stellenprozent.

Statt des Kredites für die Ergänzungspfarrstellen wird die Kirchensynode künftig ein "mittleres Quorum" festlegen, aus dem sich alle im Kanton zur Verfügung stehenden Stellenprozente ergibt. Für die Amtsdauer 2020-2024 beträgt dieses gemäss Übergangsregelung 1650 Mitglieder pro 100 Stellenprozent.

Damit kleinere Kirchgemeinden mit der neuen Regelung nicht unter Druck geraten, entschied die Synode, dass ihnen künftig ein Minimum von 50 Stellenprozenten gewährleistet werden soll. Mit 48 zu 46 Stimmen fiel der Entscheid knapp. Eine Gemeinde mit einem kleineren Pensum könne gar nicht funktionieren, war die Mehrheit überzeugt.

In der Sitzung vom Dienstag lockerte das Kirchenparlament zudem die Wohnsitzpflicht für die Pfarrerinnen und Pfarrer und bestätigte die Rückkehr zu deren stillen Bestätigungswahl. Neu soll ausserdem die Zeitung "refomiert" zur Mitgliederzeitung werden. Die Kirchgemeinden sollen das Blatt künftig allen Mitgliedern unentgeltlich zustellen.

Kräfte bündeln

Anlass für die Teilrevision ist unter anderem der Prozess KirchGemeindePlus: Damit sich Kirchgemeinden zu grösseren Einheiten zusammenschliessen und die Kräfte bündeln können, sind gesetzliche Anpassungen notwendig. Ausserdem müssen einzelne Bestimmungen an das übergeordnete Recht angepasst werden.

Die Kirche will die Teilrevision der Kirchenordnung, die in ihrer revidierten Form 2010 in Kraft trat und für alle Kirchgemeinden des Kantons massgeblich ist, aber auch dafür nutzen, um neue Regelungen für die Gestaltung des kirchlichen Lebens einzuführen.

Die Kirchensynode führt die Beratung am 8. Mai weiter und will die Teilrevision bis spätestens am 15. Mai zuhanden der Urnenabstimmung verabschieden. Anschliessend sollen die reformierten Stimmbürger im September an der Urne darüber befinden.

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