Verkehr

Per Smartphone auf den nächsten freien Privat-Parkplatz

Ein neues App hilft Autofahrern, in Schweizer Städten leerstehende Parkplätze von Privaten und Firmen zu finden. Sie sind günstig und oft an bester Lage. Der Anbieter will damit unter anderem Verkehrsstaus verhindern.

Knapp 30 Prozent des Staus werde an Samstagnachmittagen in der Zürcher Innenstadt durch Automobilisten verursacht, die einen freien Parkplatz suchen. Zu diesem Ergebnis komme eine Studie, auf die Ertan Wittwer verweist. Er und seine Mitarbeiter des deutsch-schweizerischen Start-Ups Parku, haben eine Website sowie eine App entwickelt, die das ändern soll.

Das App: Die Parkplätze auf einen Blick

Das App: Die Parkplätze auf einen Blick

Im Voraus oder in Echtzeit können Automobillisten via iPhone-App oder Webauftritt zeitweise freistehende Parkplätze von Gewerbetreibenden und Privaten suchen und reservieren. Eine entspechende Android-Version für Smartphones wird laut Wittwer in wenigen Wochen freigeschaltet.

Bald auch in der Romandie

In Zürich, wo Parku als erstes Parkplätze anbot, sind es aktuell 175 Parkplätze, die den Nutzern zur Verfügung stehen. In Basel sind es erst 65 und in Bern deren 38. Demnächst geht der Service auch für die Städte St. Gallen und Luzern online. Ab Juni, so Wittwer, komme Genf als erste Stadt in der Romandie hinzu. «App und Web-Auftritt sind bereits übersetzt. Jetzt müssen wir nur noch Genfer finden, die ihren Parkplatz über uns ausschreiben wollen.»

Ein bezeichnetes Parkfeld

Ein bezeichnetes Parkfeld

Parkplatz finden einfach gemacht

Das Vorgehen anhand dem fiktiven Beispiel eines Coiffeurs in der Zürcher Innenstadt. Er schreibt seinen Privatparkplatz via Parku-App aus für die Zeiten, in welchen nicht sein eigenes Fahrzeug diesen besetzt. Der Autofahrer, der den Parkplatz reserviert und zu den gebuchten Zeiten besetzt, bezahlt je nach Lage zwischen 2 und 3 Franken pro Stunde. Zwei Drittel des Erlöses gehen an den Parkplatzbesitzer, ein Drittel an Parku. Ertan Wittwer: «Die Einnahmen, die der Coiffeur mit seinem Parkplatz so generiert dürften gut und gerne seine eigenen Auslagen für die Parkplatzmiete decken.»

In Basel oder Bern kosten die Parkplätze im Durchschnitt einen Franken weniger.

Laut Wittwer stösst das Angebot auf reges Interesse – unter Automobilisten, als auch unter Parkplatzbesitzern. Diese setzten sich zu 90 Prozent aus kleineren und mittleren Unternehmen zusammen, deren Parkplätze in Randzeiten häufig sowieso von findigen Automobilisten besetzt würden. «Die Gewerbler können so wenigstens noch etwas daran verdienen», so Wittwer.

Nächstes Ziel: Parkhäuser

Wittwers Ziel ist es nun, auch mit grösseren Anbietern mit vielen Parkplätzen in Kontakt zu treten, aber auch mit den Parkhäusern. «Uns schwebt ein dynamisches Preismodell vor», sagt er. Wer also einen Platz im Parkhaus beispielsweise am Montagvormittag bucht, würde weniger bezahlen als derjenige, der am Samstagnachmittag bucht.

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