Altersvorsorge
Pensionskasse der Stadt Zürich will Beiträge erhöhen

Die Pensionskasse der Stadt Zürich will ihre Beiträge ab 1. Januar 2012 erhöhen. Für die Versicherten verteuert sich damit ihre Alters-Sicherung um durchschnittlich 1,1 auf 9,1 Prozent ihres Lohnes.

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Die Pensionskasse der Stadt Zürich will Beiträge erhöhen (Symbolbild)

Die Pensionskasse der Stadt Zürich will Beiträge erhöhen (Symbolbild)

Keystone

Die Stadt als Arbeitgeberin zahlt 14,9 statt bisher 13 Lohnprozente. Damit die Versicherten im Ruhestand 60 Prozent ihres vorherigen Lohnes als Pension bekommen, müssen sie ab 2012 zudem bis zum 64. Altersjahr Beiträge bezahlen, sagte Ernst Welti, Vorsitzender der PKZH-Geschäftsleitung, am Donnerstag. Bisher erreichen sie dieses Ziel ein Jahr früher.

Erhöhung kostet die Stadt 25 Millionen Franken

Damit mache die PKZH praktisch die Beitragssenkung von 2002 wieder rückgängig, erklärte Welti. Die Stadt Zürich kostet diese Beitragserhöhung - falls der Gemeinderat diesen Antrag genehmigt - rund 25 Millionen Franken.

Weitere 6 Millionen will die Stadt 2012 einsetzen, um eine Übergangslösung für ältere Versicherte zu finanzieren. Diese soll fünf Jahre gelten und langsam abgebaut werden.

Laut Finanzvorstand und PKZH-Stiftungsratspräsident Martin Vollenwyder (FDP) hat der Stadtrat diesen Erhöhungsantrag des PKZH- Stiftungsrates am Mittwoch als Weisung dem Gemeinderat zugeleitet. Der Gemeinderat solle darüber spätestens in der ersten Sitzung nach den Sommerferien beraten.

Eile sei geboten, so Vollenwyder, weil die Erhöhung 2012 in Kraft treten solle. Falls ein Referendum ergriffen werde, müssten die Stimmberechtigten im November darüber entscheiden. Er sei aber optimistisch, dass die Vorlage die Hürden im Gemeinderat nehme.

Zu stark von Vermögenserträgen abhängig

Nötig wird die Beitragserhöhung, weil die PKZH in den letzten Jahren immer stärker von den Erträgen abhängig wurde, die sie mit der Bewirtschaftung ihres Vermögens erzielte. 2009 finanzierten die Vermögenserträge 52 Prozent der Pensionskasse. 1995 waren es noch 34 Prozent gewesen.

Gleichzeitig sank der Anteil der Sparbeiträge der Versicherten von 66 Prozent 1995 auf 48 Prozent im Jahr 2009. Das ist für die Sicherung der Pensionen problematisch, weil die Vermögensrenditen seit 2008 sinken.

Zudem werden die Versicherten immer älter, was das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbezügern verschlechtert. Diverse Kantonalisierungen städtischer Aufgaben habe zudem dazu geführt, dass die Beschäftigten zum Kanton wechselten, die Pensionierten aber bei der PKZH blieben, erklärte Personalvertreter Jorge Serra.

Der PKZH gehe es aber noch nicht schlecht, waren sich Vollenwyder, Welti und Serra einig. Der Deckungsgrad der Kasse liege derzeit noch bei knapp 115 Prozent, so Welti. Aber es könne nicht angehen, erst zu reagieren, wenn es zu spät sei, so Vollenwyder.