1. Mai - Zürich
Pedro Lenz: «Schweiz ist Eidkonsumentenschaft geworden»

Bei seinem Auftritt an der 1.-Mai-Kundgebung in Zürich hat der Berner Schriftsteller Pedro Lenz die Konsumgesellschaft gegeisselt. Aus der Eidgenossenschaft sei eine «Eidkonsumentenschaft» geworden.

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Schriftsteller Pedro Lenz (Archiv)

Schriftsteller Pedro Lenz (Archiv)

Keystone

Lenz sprach die Teilnehmenden der Kundgebung mit «Genossinnen und Genossen» an, «obwohl der Begriff aus der Mode gekommen ist». Denn aus Genossen seien Konsumenten geworden. «Konsum ist die Religion unserer Zeit», sagte Lenz.

Und wie bei jeder Religion sei es auch beim Konsum der Brauch, dass man nicht zu viel hinterfrage, nicht zu viel anzweifle, nicht zu viel widerspreche.

«D Schwiz ghört aune, wo drin läbe»

«Es gibt kein Bewusstsein mehr für das Kollektiv, in dem alle Platz haben», stellte Lenz fest. Es sei nicht zu verstehen, dass es nicht endlich selbstverständlich sei, dass man Werte und Rendite so verteile, dass es für alle genug gebe zum Leben.

Der 1. Mai sei geeignet, darüber nachzudenken, was die Alternative sein könnte zum Konsumwahn, zur Schönheitswahl und zum Starkult. Lenz forderte Gemeinschaftlichkeit und Solidarität über alle Grenzen und warnte vor Fremdenhass und nationalem Egoismus: «D Schwiz ghört aune, wo drin läbe.»