Bundesgericht
Partnerin zur Gefangenen gemacht- Bundesgericht bestätigt Urteil

Ein Mann ist zu Recht wegen Freiheitsberaubung schuldig gesprochen worden, weil er seine Lebenspartnerin während Jahren zur Gefangenen in der Familienwohnung gemacht hat.

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KEYSTONE

Das Bundesgericht hat seine Verurteilung zu sieben Jahren Gefängnis durch das Zürcher Obergericht bestätigt.

Der eingebürgerte Kosovare hatte seiner Partnerin und Mutter seiner vier Kinder 2005 nach ihrer Rückkehr aus dem Frauenhaus verboten, die gemeinsame Wohnung künftig ohne seine Einwilligung zu verlassen. Die Wohnungstüre verschloss der als Taxifahrer tätige Mann zwar nicht, er setzte seinen Willen aber mit Schlägen und Drohungen durch.

Putzen bei der Schweizer Gattin

Während zwei mehrwöchigen Ferienabwesenheiten des Mannes installierte er zur Kontrolle jeweils eine Überwachungskamera. Unterbrochen wurde der zwangsweise Aufenthalt der Frau nur, wenn sie mit ihrem Partner einen Grosseinkauf machen durfte oder bei dessen Schweizer Ehefrau putzen musste.

Mit seiner Zustimmung durfte sie die Wohnung ab und zu auch alleine verlassen, etwa für Arztbesuche oder um Zahlungen zu machen. Zudem ging die Familie regelmässig gemeinsam spazieren. Das tyrannische Regime endete erst 2008, nachdem eine Tochter wegen der Gewalttätigkeiten ihres Vaters die Polizei gerufen hatte.

Obergericht reduzierte Strafe

Das Bezirksgericht Zürich sprach den Mann 2011 wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Nötigung sowie Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflichten schuldig und verurteilte ihn zu 11 Jahren Freiheitsstrafe. Das Zürcher Obergericht reduzierte das Strafmass im vergangenen November auf sieben Jahre.

Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun bestätigt und die Beschwerde des Verurteilten abgewiesen. Er hatte argumentiert, dass nur der Einsatz der Videokamera bei seiner Partnerin den für eine Freiheitsberaubung ausreichend intensiven Druck geschaffen habe. Die Kamera sei sei aber nur während seiner Ferien in Funktion gewesen.

Andauerndes Zwangsregime

Die Richter in Lausanne halten ihm entgegen, dass er während den ganzen drei Jahren ein Zwangsregime aufrecht erhalten habe, um seiner Partnerin die Freiheit zu rauben. Die ihr für den Fall des Ungehorsams angedrohten Konsequenzen seien besonders schwer gewesen.

Sie habe mit den schlimmsten Folgen rechnen müssen, zumal sie regelmässig geschlagen und zum Teil erheblich verletzt worden sei. Es erscheine deshalb insgesamt verständlich, dass sie sich dem Verbot jahrelang unterworfen habe, obwohl sie die unverschlossene Wohnung an sich hätte verlassen können.

Das Installieren der Videokamera habe letztlich nur einer Akzentuierung des Zwangs gedient. Im Weiteren hat das Verfahren gegen den Betroffenen nach Ansicht des Gerichts nicht so lange gedauert, dass dies zu einer Reduktion des Strafmasses führe müsste.