Archäologie

Parkhaus-Opéra-Grabung hat Erwartungen übertroffen

Die Funde und Erkenntnisse der Rettungsgrabung Parkhaus Opéra in Zürich haben die Erwartungen der Zuständigen übertroffen. Dies sagte Stadtrat André Odermatt am Mittwoch an einer Medienkonferenz. Die Grabung wird plangemäss Ende Monat abgeschlossen.

Rund 20'000 Funde wurden im Laufe der neun Monate registriert. Darunter so aufsehenerregende wie eine steinzeitliche Tür und ein Feuersteindolch aus Italien. Die Wissenschaftler versprechen sich daraus vor allem wichtige Informationen zur Lebensweise der Pfahlbauer, die in der Zeit von 3800 bis 2500 vor Christus beim heutigen Bellevue an Seeufer gelebt hatten.

Nach der eigentlichen Grabung geht es nun an die Auswertung der Funde und Erkenntnisse. Laut Kantonsarchäologe Beat Eberschweiler erfolgt sie in partnerschaftlicher Zusammenarbeit von Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen. Angesetzt ist eine Dauer von rund sechs Jahren.

Kanton übernimmt Kosten für Auswertung

Bei der Grabung wurden Zeit- und Finanzrahmen - neun Monate und sechs Millionen Franken - eingehalten. Die Stadt Zürich finanzierte die eigentliche Grabung. Der Kanton übernimmt nun die Kosten für die Auswertung. Sieben Millionen Franken sind dafür eingesetzt.

Die Wissenschaft wird sich mit der kurzen Rettungsgrabung noch lange beschäftigen: Laut dem wissenschaftlichen Grabungsleiter Niels Bleicher werden die Resultate noch Jahrzehntelang Anstösse für weitere Forschungen geben.

Indessen werden nach Abschluss der Rettungsgrabung die Bauarbeiten am Parkhaus Opéra weitergehen. Sie sollen bis Frühjahr 2012 dauern. Ein Jahr darauf soll dann der neu gestaltete Sechseläutenplatz eröffnet werden. Im Parkhaus soll ein archäologisches Fenster auch künftig von der einstigen Besiedelung des Seeufers zeugen.

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