Zürich
Parkbussenverteiler bekommen eine Uniform für je Fr. 1900

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung «Kontrolle Ruhender Verkehr» (KRV) der Stadtpolizei Zürich erhalten einheitliche Arbeitskleider. Der Zürcher Gemeinderat hat einer entsprechenden Weisung mit 62 Ja zu 57 Nein- Stimmen zugestimmt.

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In Zivilkleidung

In Zivilkleidung

Keystone

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung «Kontrolle Ruhender Verkehr» (KRV) der Stadtpolizei Zürich erhalten einheitliche Arbeitskleider. Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwochabend einer entsprechenden Weisung mit 62 Ja zu 57 Nein- Stimmen zugestimmt.

Der Stadtrat beantragte dem Gemeinderat, für die Arbeitskleidung der KRV-Mitarbeitenden einmalig 469 000 Franken und alljährlich zusätzlich 230 000 Franken auszugeben. Der Gemeinderat beschloss, einen Änderungsantrag der SP anzunehmen. Dieser sieht vor, dass einmalig 293 000 Franken und jährlich jeweils 155 000 Franken für die Arbeitskleider zur Verfügung stehen.

Die KRV-Mitarbeitenden gehören zur Stadtpolizei Zürich und verteilen beispielsweise Parkbussen. Sie seien bei jedem Wetter in Zivilkleidung draussen und nur durch eine kleine Dienstplakette und ein Funkgerät als Mitarbeiter der Stadtpolizei erkennbar, sagte eine Vertreterin der SP.

«Es kommt immer wieder zu missverständlichen und heiklen Situationen, weil die Mitarbeitenden nicht erkennbar sind», sagte die Gemeinderätin. Die Mitarbeitenden würden in ihrem Berufsalltag oft bedroht. Eine einheitliche Kleidung solle deshalb auch ihre Sicherheit verbessern. Die Ausgabe sei keine «Luxuslösung», sagte die SP-Vertreterin.

Angestellte wissen nicht, was anziehen

Ein Grünliberaler stellte dagegen in Frage, ob bei einem 37- teiligen Kleiderset, das pro Person 1990 Franken koste, das Preis- Leistungsverhältnis gerechtfertigt sei. «Die einheitliche Bekleidung hätte einfacher und günstiger sichergestellt werden können». Massgefertigte Hosen etwa seien unnötig. «Im Spital erkennt man Ärzte und Krankenschwestern ja auch ohne», sagte er.

Das Ziel der Stadt Zürich ist es, mit den Berufskleidern die Gesundheit der Mitarbeiter zu verbessern. Damit unterstelle die Stadt ihren Angestellten, dass sie nicht wüssten, wie sie sich zu kleiden hätten. «Beim dritten Kontrollrundgang bei -10 Grad kommt man von alleine auf die Idee, dass mehr als nur ein T-Shirt nötig ist.»

In der Stadt Zürich wachse das Geld nicht einfach auf den Bäumen, sondern müsse zuerst verdient werden, schloss der Grünliberale. Die hohen Kosten störten auch einen Vertreter der FDP-Fraktion. Die Lösung sei «nice to have», aber zu teuer und nicht zweckmässig.

Das Personal wünsche sich schon lange eine einheitliche Arbeitskleidung, sagte Stadtrat und Polizeivorsteher Daniel Leupi. «Wir haben das nicht in den Rat gebracht, um einen Basar zu betreiben.»

«Die Mitarbeitenden machen einen guten Job, sie haben anständige Arbeitskleidung verdient», sagte er. Die Angestellten seien «wandelnde Botschafter», da sie in der Öffentlichkeit oft angesprochen würden. Deshalb sei das einheitliche Erscheinungsbild wichtig.