Die Indizien zeigten klar die Schuld von Beat Meier, urteilte das Obergericht. Es bestätigte deshalb das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf aus dem vergangenen Jahr, gegen das der 70-Jährige Berufung eingelegt hatte.

Das Obergericht verurteilte Meier wegen Pornografie zu einer unbedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu 10 Franken. Da nicht bewiesen werden kann, ob Meier die pornografischen Manga-Comics selbst heruntergeladen und gespeichert hat, ist er nur wegen des Besitzes schuldig. Die Bilder zeigen unter anderem Erwachsene bei sexuellen Handlungen mit Kindern.

Ein Freund von Meier hatte ein Modem samt Speicherkarte in die Zürcher Justizvollzugsanstalt Pöschwies geschmuggelt. Meier versteckte das Modem, mit dem er sich ins Internet einwählen konnte, in der PC-Tastatur. Der Gefängnisaufsicht fiel jedoch auf, dass aus seiner Zelle Mobilfunksignale gesendet wurden. Sie fand das Equipment mit den Bildern.

Seit 1998 verwahrt

Meier erhitzte Ende der 1980er-Jahre als überzeugter Anhänger von sexuellen Handlungen mit Kindern die Gemüter. Er war auch führendes Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Pädophile (SAP). Die Organisation hatte das Ziel, Pädophilie gesellschaftsfähig zu machen.

Anfang der 1990er-Jahre heiratete der Berner eine Frau aus der DDR und missbrauchte ihre zwei Söhne im damaligen Alter von sieben und zehn Jahren massiv sexuell. Im Frühjahr 1993 wurde er in Frankreich verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert. Seither sitzt Meier im Gefängnis. Seit 1998 ist er verwahrt.