Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag einen Nachtragskreditantrag von 4,8 Millionen Franken für die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) mit 92 zu 68 Stimmen abgelehnt. Er folgte damit dem Antrag der Finanzkommission (Fiko). Die Begründung des Antrags sei unklar und widersprüchlich, sagte die Fiko-Präsidentin.

Der Nachtragskredit wurde in der Weisung des Regierungsrats mit gestiegenen Studierendenzahlen begründet. Es sei insbesondere ein grösserer Personalbedarf nötig zur Weiterführung der Quereinsteigerausbildung (Quest). Die für die definitive Einführung der Quest-Ausbildung nötigen Gelder seien im Budget nicht berücksichtigt worden.

In der Weisung der vor einer Woche vom Kantonsrat beschlossenen Gesetzesänderung zu den Quest-Studiengängen sei etwas anderes gestanden, sagte Diego Bonato (SVP, Aesch). Der Antrag für den Nachtragskredit sei offenbar mit einer "Notlüge" begründet worden.

Die Ablehnung des Nachtragskredits bedeute aber nicht, dass die Studiengänge nicht durchgeführt werden könnten oder Studierende abgelehnt werden sollten, meinte Fiko-Präsidentin Beatrix Frey-Eigenmann (FDP, Meilen).

Bei einem ähnlichen Nachtragskredit vor einem Jahr war laut ihrem Parteikollegen Peter Vollenweider (Meilen) nur knapp die Hälfte beansprucht worden. Der Restbeitrag sei dann zurück ans Hochschulamt gegangen. "Nachtragskredite können offenbar für Zwecke verwendet werden, für die sie nicht vorgesehen waren", kritisierte Vollenweider.

Die PHZH könne eine allfällige Budgetüberschreitung wohl locker über das Eigenkapital decken, sagte GLP-Fraktionschef Benno Scherrer (Uster). Die Ablehnung könne nicht als Nein zur Quereinsteigerausbildung interpretiert werden, fand auch er.

Auch die Befürworter des Nachtragskredits kritisierten die schlechte Begründung. "Aus bildungspolitischer Optik" sei Zustimmung aber angebracht, meinte etwa Moritz Spillmann (SP, Ottenbach). Ralf Margreiter (Grüne, Zürich) sprach von einer ungerechtfertigten "Strafaktion gegen die Pädagogische Hochschule".