Mario Fehr
Organisation «Lies!» verteilt im Kanton Zürich keine Korane mehr

Die "Lies!"-Koranverteilungsaktionen sind aus den Fussgängerzonen im Kanton Zürich verschwunden. Seit dem die Sicherheitsdirektion im vergangenen Mai die Empfehlung abgab, solche Aktionen zu verbieten, gab es keine einzige mehr von ihnen.

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Die Gruppierung "Lies!" verteilt im öffentlichen Raum Korane – allerdings nicht mehr im Kanton Zürich. (Archivbild aus Deutschland)

Die Gruppierung "Lies!" verteilt im öffentlichen Raum Korane – allerdings nicht mehr im Kanton Zürich. (Archivbild aus Deutschland)

KEYSTONE/dpa/A4312/_FRANZISKA KRAUFMANN

Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) zeigte sich am Montag erfreut, dass seine Empfehlung bei den Zürcher Städten und Gemeinden Gehör fand. Die Organisation "Lies!" stellte entweder gar keine Gesuche mehr oder - wie im Fall der Stadt Zürich - zog diese zurück.

Fehrs Empfehlung war umstritten. So gab etwa der Stadtzürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) zu bedenken, dass es keine Beweise oder Gerichtsurteile gegen "Lies!"-Aktivisten gebe, sondern nur Verdachte und Vermutungen. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Grundrechte schützen und nicht etwas verbieten, wofür wir keine Grundlage haben", sagte er im vergangenen Sommer.

Die Städte Winterthur und Zürich wandten sich deshalb an den Nachrichtendienst des Bundes (NDB) und verlangten eine vertiefte Einschätzung. Der NDB kam zum Schluss, dass ein Organisationsverbot wohl wenig erfolgversprechend sei. Es stehe Kantonen und Gemeinden aber nichts im Weg, den Aktionen die Bewilligungen zu verweigern.

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