Auf ihrer Website kündigte die parteilose Politikerin an, sie werde bald an einer Informationsveranstaltung genauer Auskunft geben.

Jud ist seit 2010 in einem Teilzeitpensum Sozialvorsteherin der kleinen Stadt Opfikon mit gut 16'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. 2014 wurde sie im Amt bestätigt. Als Reaktion auf Medienberichte vom Mittwoch, wandte sie sich im Internet an die Bevölkerung, ihre Mitarbeitenden und Stadtratskollegen.

Im Hauptberuf ist Jud Treuhänderin mit eigener Firma. 2012 erlitt sie einen Hirnschlag "mit schweren Folgen", wie sie schreibt. In den letzten zwei Jahren habe sie "etwa 30 Prozent meiner Leistungsfähigkeit" wieder aufbauen können.

Ihre operative Tätigkeit als Treuhänderin jedoch musste sie abgeben. Sie konzentriere sich auf ihre Tätigkeit als gewählte Stadträtin, schreibt Jud. Dank guter Organisation funktioniere dies. Von Ärzten und Invalidenversicherung (IV) werde sie "eng begleitet".

Ihre IV-Rente decke "korrekt die medizinisch festgestellten Defizite" ab. Die IV überprüfe laufend die Situation. Von einer erschlichenen Rente könne keine Rede sein. Insgesamt sei ihr Einkommen "markant tiefer" als vor dem Hirnschlag.

Querelen um WohnsitzIn der Kritik steht Jud ausserdem, weil sie angeblich ihren Lebensmittelpunkt nicht wirklich in Opfikon habe. Das Opfiker Exekutivmitglied wohne mit dem Ehemann in Reinach BL.

Dem widerspricht Jud. Sie sei in der Region Zürcher Unterland verwurzelt, ihr Mann im Baselbiet. Bei der Eheschliessung hätten sie sich "für die völlig legale Lebensform verheiratet mit getrenntem Wohnsitz" entschieden, und dabei seien sie geblieben. Beide hätten ihren Lebensmittelpunkt in ihrer jeweiligen Region.

Beatrix Jud war ursprünglich Mitglied der SP, wechselte dann in die SVP Opfikon, von der sie jedoch 2014 ausgeschlossen wurde. Auf ihrer Website bezeichnet sie sich als "Sympathisantin SVP Kanton Zürichund SVP Schweiz".