Ende August soll das Zürich Openair in Rümlang zum vierten Mal stattfinden. Doch bisher ist noch kein Gesuch für die Austragung eingegangen und bei den Organisatoren häufen sich die Probleme. Gemäss einem Bericht der «NZZ» liegt der Grund für die arge Schieflage beim Gründer des Festivals, Rolf Ronner, und seinen dubiosen Geschäftspraktiken. Aufgrund eines Streits mit der Lenzlinger Söhne AG, die für ihre vermieteten Zelte an das Openair seit 2012 auf 130'000 Franken warten, droht Ronners Open Air Zürich GmbH der Konkurs.

Obwohl das Zürcher Handelsgericht den Anspruch auf das ausstehende Geld bestätigte, reagierte Ronner nicht. Annette Lenzlinger, die Verwaltungsratspräsidentin der Zelt-Firma, äusserte gegenüber der «NZZ» die Befürchtung, der Festivalorganisator habe die noch in der GmbH steckenden Werte herausgenommen und wolle diese nun Konkurs gehen lassen, um die Zahlungen zu umgehen.

Ein genauerer Blick auf die Hintergründe offenbart die Strategie des Jungunternehmers, denn das Zürich Openair existiert doppelt. Als die finanziellen Schwierigkeiten immer grösser wurden, hat Ronner neben der strauchelnden GmbH im Frühling 2013 die ZO Festival AG gegründet. Bereits für die vergangene Ausführung liefen die Verträge über die neue Aktiengesellschaft, mit der Ronner die Trennung der alten Schulden von den laufenden Geschäften gelang. Auch die diesjährige Austragung soll über das neue, schuldenfreie Unternehmen abgewickelt werden.

Marktverzerrung durch überhöhte Gagen

Den Geschäftspraktiken des Veranstalters weht aus der Branche harsche Kritik entgegen. Christoph Bill, Präsident des Branchenverbandes Swiss Music Promoters Association (SMPA), wirft Ronner Schädigung der ganzen Branche vor. Gegenüber der «NZZ» erzählt Bill, dass der Eventmanager jedes Jahr die Lieferanten wechsle, ohne alle alten Rechnungen zu begleichen. Ausserdem zahle er angesagten Bands viel höhere Gagen als üblich, um seine Konkurrenten auszubooten. Bill vermutet, beim Zürich Openair werde mit Geld gespielt, das man nicht wieder erwirtschaften müsse. Dies sei Marktverzerrung, prangert der Präsident der SMPA an.
Die Finanzprobleme des Festivals sind keine Neuheit.

Bereits 2007 geriet die Open Air Zürich GmbH wegen unbezahlten Rechnungen in Schwierigkeiten. Nach dem damaligen «Open Air Zürich» auf dem Hönggerberg betrieben mehrere Gläubiger das Unternehmen. Dabei ging es um Beträge in der Höhe von insgesamt rund 115 000 Franken. Ronner verweigerte gegenüber der «NZZ» eine Stellungnahme.