Erst online lernen, dann auf dem Campus studieren. Die ETH Lausanne (EPFL) will sich an einem neuen Projekt beteiligen, das Flüchtlingen ein Studium in der Schweiz ermöglicht, berichtet die «Schweiz am Sonntag».

Die Idee ist simpel: Zuerst besuchen Asylsuchende Kurse online und legen – ebenfalls im Netz – Prüfungen ab. Haben sie die nötigen Leistungsnachweise beisammen, dürfen sie sich an einer Hochschule einschreiben.

Das Konzept stammt aus Deutschland, findet aber bei Patrick Aebischer, Präsident der ETH Lausanne, starke Resonanz. Er habe schon mit anderen Rektoren über die Umsetzung gesprochen. Aebischer sieht in der ETH Lausanne den idealen Vorreiter.

«Wir bieten bereits viele Kurse online an», sagt er zur «Schweiz am Sonntag». «Das würde passen.» Ob Flüchtlinge nach den nötigen Credits an der EPFL oder an einer anderen Hochschule studieren, hängt allerdings vom Wohnort der Kandidaten ab.

Das vorgeschaltete Online-Studium dauert voraussichtlich ein bis drei Jahre. Fehlende Unterlagen und mangelnde Deutschkenntnisse versperren vielen Flüchtlingen den Weg an eine Universität. Die Schweizer Hochschulen haben deshalb vor einigen Monaten angekündigt, den Zugang für Flüchtlinge anzupassen und allenfalls Deutschkurse anzubieten.

Für Michael Hengartner, Präsident des Dachverbandes Swissuniversities und Rektor der Universität Zürich, sind die neuen Online-Kurse eine «interessante Idee». Noch im März will sich Hengartner mit Vertretern mehrerer Bundesämter treffen, um über die Optionen der Flüchtlinge auf ein Studium in der Schweiz zu sprechen.