Zürich
Ohne Zeugnis kommt keine Nicht-EU-Pflanze mehr über die Grenze in das Land

Ab dem 1. Januar verschärft der Schweizer Zoll die Bestimmungen für die Einfuhr von Pflanzen.

Florian Schaer
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Wird er entdeckt, muss er umgehend bekämpft werden: Asiatischer Laubholzbockkäfer. (Archivbild)

Wird er entdeckt, muss er umgehend bekämpft werden: Asiatischer Laubholzbockkäfer. (Archivbild)

Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Mitte November haben die Zollverwaltung und der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst (EPSD) am Flughafen Kloten eine Kontrolle durchgeführt. Sie wollten wissen, wie viele Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse die Passagiere von Interkontinentalflügen mit sich führten.

Das Ergebnis: insgesamt 170 Kilogramm, darunter hauptsächlich Früchte und Gemüse, aber auch Samen und lebende Pflanzen. Hochgerechnet sind das fast 60 Tonnen im Jahr. «Die erfasste Menge zeigt, dass ein grosser Teil des Pflanzenmaterials als Souvenir eingeführt wird», heisst es dazu in einer Mitteilung des Bundes. Und das ist ein ernstes Problem. Denn auf diesem Weg können neue Schädlinge wie der Japankäfer oder der Asiatische Laubholzbockkäfer eingeschleppt werden. Und es können sich gefährliche Pflanzenkrankheiten verbreiten, die beispielsweise durch das Bakterium Xylella fastidiosa verursacht werden.

Jetzt reagiert die Eidgenossenschaft: Am 1. Januar 2020, passend zum Beginn des Internationalen Jahres der Pflanzengesundheit, tritt hierzulande das neue Pflanzengesundheitsrecht in Kraft;konkret die Pflanzengesundheitsverordnung (PGesV). Damit werden unter anderem die Kontrollmassnahmen an den Grenzen verstärkt.

Zum einen wird die Einfuhr von Hochrisikowaren wie etwa Kartoffeln, Zitrusblättern oder Erde komplett verboten. Zum anderen braucht es künftig für die Einfuhr aller Pflanzen, Früchte, Gemüse oder Samen aus Ländern ausserhalb der Europäischen Union ein Pflanzengesundheitszeugnis. «Fehlt ein solches Zeugnis, wird die Ware beschlagnahmt und vernichtet», schreibt der Bund.

Der Pflanzenpass wird obligatorisch

Zudem ist ab dem 1. Januar ein Pflanzenpass für alle Pflanzen obligatorisch, die zum Anpflanzen in der Schweiz bestimmt sind – auch aus der EU. Der Pass soll bescheinigen, dass das verkaufte Pflanzenmaterial spezifischen pflanzengesundheitlichen Anforderungen entspricht und regelmässigen Kontrollen unterliegt. Darüber hinaus will man auf diese Weise die Rückverfolgbarkeit der Verbringung von Pflanzen verbessern. Nur vom EPSD zugelassene Fachleute dürfen Pässe ausstellen