Zürich

Offener Brief an den Stadtrat: Architekten setzen sich für das Globus-Provisorium ein

Das Globus-Provisorium sei in der heutigen Form zwar unattraktiv, doch liessen sich die Mängel einfach beheben, findet der Bund Schweizer Architekten. (Archiv)

Das Globus-Provisorium sei in der heutigen Form zwar unattraktiv, doch liessen sich die Mängel einfach beheben, findet der Bund Schweizer Architekten. (Archiv)

Der Zürcher Stadtrat und der Gemeinderat wollen das Globus-Provisorium durch einen offenen Platz ersetzen. Der Bund Schweizer Architekten ist damit nicht einverstanden. In einem offenen Brief fordert er den Stadtrat auf, den Erhalt des Bauwerks zu prüfen.

Stadt- und Gemeinderat von Zürich wollen das fast 60-jährige Globus-Provisorium an der Zürcher Bahnhofbrücke abbrechen und durch einen offenen Platz mit Pavillon ersetzen. Die Coop-Filiale im Gebäude soll ein Stockwerk tiefer unter den Boden versetzt werden. 

In einem offenen Brief wendet sich der Bund Schweizer Architekten (BSA) nun an die Stadträte André Odermatt und Filippo Leutenegger. Man begrüsse zwar die Idee, das Papierwerd-Areal aufzuwerten und einen öffentlichen Stadtraum zu gestalten, allerdings habe man Zweifel, ob dieses Ziel nur mit dem Abbruch des Provisoriums zu erreichen sei.

Deutliche Schwächung des Flussraums

Der BSA schreibt, dass das Gebäude in der heutigen Form zwar unattraktiv sei, die offenkundigen Mängel aber leicht zu beheben. Der Bau von Karl Egender habe grosse Qualitäten. Einerseits mache er die Sonderstellung des Hauptbahnhofs ersichtlich und lasse ihn monumental erscheinen, andererseits sei er neben dem Rathaus, der Wasserkirche und dem Helmhaus der letzte Zeuge für die zahlreichen historischen Bauten im Flussbett, die Zürich einst geprägt hätten. Gebe man diese direkt ans Wasser gestellte Architektur ohne Not auf, so werde das eine deutliche Schwächung des Flussraums zur Folge haben.

Gemäss den Architekten sollen die Qualitäten des Provisoriums im Sinne einer Öffnung weiterentwickelt werden. So könne das Gebäude beispielsweise zu einem offenen Pavillon werden, verbunden mit einem durchgängigen Weg entlang der Limmat und einer für die Öffentlichkeit zugänglichen Dachterrasse. 

Der BSA fordert den Stadtrat auf, bevor der Projektwettbewerb startet, eine unvoreingenommene städtebauliche und architektonische Analyse vorzunehmen. Aus dem Provisorium soll ein dauerhaftes Bauwerk werden.

Meistgesehen

Artboard 1