Zürich
Offene Ohren für Musikschule: Gemeinderat will «Konsi» kaufen

Der Zürcher Gemeinderat hat Musikgehör für die Musikschule. Er hat am Mittwochabend dem Stadtrat grünes Licht für den Kauf des ehemaligen "Konsi"-Gebäudes gegeben. Für gut 30 Millionen Franken will die Stadt die Liegenschaft Florhofgasse 6 erwerben.

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Ob im ehemaligen «Konsi» bald Musikunterricht stattfindet, entscheidet das Zürcher Stimmvolk.

Ob im ehemaligen «Konsi» bald Musikunterricht stattfindet, entscheidet das Zürcher Stimmvolk.

Keystone

Ob der Kauf zu Stande kommt, wird jedoch schlussendlich an der Urne entschieden.

Nach dem Auszug der bisherigen Mieterin Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ins Toni-Areal bietet sich der Stadt die Gelegenheit, die Liegenschaft Florhofgasse 6 für die Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ) zu erwerben.

MKZ ist mit rund 19'000 Schülerinnen und Schülern die grösste Musikschule der Schweiz. Sie wird als eigene Dienstabteilung des Schul- und Sportdepartements der Stadt Zürich geführt. Bei MKZ arbeiten rund 580 Musiklehrerinnen und -lehrer.

Der Unterricht wird in sieben MKZ-Zweigstellen und an rund 150 Standorten in allen Quartieren der Stadt angeboten. Was fehlt, sei ein atmosphärisches Zentrum, das weit ausstrahle, hiess es im Rat. Im Konsi-Gebäude könnte ein solches Zentrum entstehen.

Misstöne um den Preis

Das um 1900 als Musikschule erbaute Gebäude in der Nähe von Kunst- und Schauspielhaus gehört der Förderstiftung MKZ. Geschätzt wird es auf 20 bis 40 Millionen Franken.

Auf Kritik stiess im Rat vor allem der Kaufpreis von 30,1 Millionen Franken. SVP, AL und GLP fanden ihn eindeutig zu hoch. Zudem kämen dann noch hohe Folgekosten auf die Stadt zu. Aus Sicht der SVP ist das Gebäude zudem für Musikunterricht nach diversen Umbauten "gänzlich ungeeignet".

Die Mehrheit des Rates sah das anders. SP, Grüne, FDP und CVP stimmten dem Geschäft zu. So könne man die Raumnot beheben, einzelne Mietliegenschaften aufgeben und ein attraktives musikalisches Zentrum schaffen. Zudem könnten die Konzertsäle auch an externe Veranstalter vermietet werden.

Da die Besitzerin nicht länger warten will, soll der Kauf bis spätestens im August über die Bühne gehen. Die Volksabstimmung wird somit voraussichtlich im Juni stattfinden. Schulvorstand Gerold Lauber (CVP) sieht ihr "relativ zuversichtlich" entgegen. (sda)