Öffentlicher Verkehr
Zürcher Kantonsrat will Ausbau des Bahnverkehrs im Weinland prüfen – Initiative geht weiter an Regierungsrat

Der Kantonsrat in Zürich hat am Montag eine Einzelinitiative eines Bürgers aus Adlikon unterstützt. Somit muss der Regierungsrat die Forderungen prüfen. Die Initiative fordert unter anderem eine Verbindungsschlaufe zwischen den beiden Weinländer Bahnlinien.

Muriel Daasch
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Laut der Initiative sollen verschiedene Bahnstrecken im Weinland verändert und zusammengeführt werden.

Laut der Initiative sollen verschiedene Bahnstrecken im Weinland verändert und zusammengeführt werden.

Symbolbild: Peter Klaunzer

Der Regierungsrat muss sich mit einem allfälligen Ausbau des Bahnverkehrs im Zürcher Weinland befassen. So will es der Kantonsrat. Er hat am Montag eine Einzelinitiative eines Bürgers aus Adlikon mit 63 Stimmen unterstützt. 60 Stimmen waren dafür nötig.

Die Forderungen gehen nun an den Zürcher Regierungsrat, der einen Bericht dazu erstellen wird. Dann kommt das Anliegen erneut in den Kantonsrat.

Die Einzelinitiative fordert unter anderem einen Doppelspurausbau auf der Strecke Winterthur-Schaffhausen, ein Ende des Hinke-Taktes auf dieser Strecke sowie eine Verbindungsschlaufe zwischen den beiden Weinländer Bahnlinien, also jener von Winterthur nach Schaffhausen und jener von Winterthur nach Stein am Rhein.

Diese Verbindungsschlaufe soll nordöstlich von Andelfingen gebaut werden, inklusive einer neuen Thurbrücke für beide Linien.

Auslöser der Initiative

Der Grund, dass diese Initiative entstand, war die mehrwöchige Sperrung der historischen Thurbrücke bei Ossingen, als deren Tragfähigkeit überprüft werden musste.

Diese Sperrung habe die ungünstige Linienführung im Weinland drastisch aufgezeigt, sagte Einzelinitiant Linus Meier in der Debatte. Während mehrerer Wochen mussten die Passagiere auf einen Bus umsteigen. Einen Umweg konnte die S-Bahn nicht fahren, weil es keine Verbindung zur Strecke von Winterthur nach Schaffhausen gibt.

Bereits in den 1950er-Jahren war eine solche Verbindung ein Thema in der Politik. Gebaut wurde sie allerdings nie. Die Linienführung im Norden des Kantons ist heute noch so wie zu Zeiten der Nationalbahn im 19. Jahrhundert.

Reaktionen fallen unterschiedlich aus

«Diese Einzelinitiative ist ein guter Anlass, die Verbindungen ins Weinland wieder einmal zu analysieren», wird SP-Kantonsrat Felix Hoesch (Zürich) in einer Mitteilung zitiert. Für ihn ist klar, dass der Hinke-Takt behoben werden muss. «Sonst werden wir den ÖV-Anteil im Weinland nicht steigern können.»

Die Grünen hingegen waren für einmal nicht dafür, den ÖV zu fördern. «Das Weinland ist keine Boomregion», gab Thomas Schweizer (Hedingen) laut der Mitteilung zu bedenken. «Wollen wir das Wachstum wirklich befeuern?» Wachstum solle in städtischen Gebieten stattfinden, nicht auf dem Land. Die Grünen unterstützten den Vorstoss deshalb nicht.

Konrad Langhart (Die Mitte, Stammheim) äusserte berechtigte Zweifel, dass der Kanton Zürich auf eigene Faust neue Verbindungen bauen kann. «Dafür ist der Kanton nicht zuständig.» Einer Verbindung der beiden Linien steht er deshalb kritisch gegenüber. Der Ausbau der Doppelspur solle aber geprüft werden.

Gleicher Meinung war Paul Mayer (SVP, Marthalen). Die Einzelinitiative verlange Geld vom Kanton. «Dieses muss jedoch aus anderen Töpfen fliessen.»

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