Totgesagte leben länger: Schon mehrmals wurde das Ende der Occupy-Zürich-Bewegung beschworen, die vergangenen Herbst mit ihrer wochenlangen Besetzung des Zürcher Lindenhofs und Protestaktionen gegen das weltweite Finanzsystem für Aufsehen gesorgt hatte. Nun regt sie sich wieder: Am 4.August ist auf dem Platzspitz in Zürich ein Benefiz-Konzert geplant.

Es soll dazu dienen, neue Aktivitäten zu starten und die Kasse der Occupy-Bewegung zu füllen, wie Occupy-Aktivist und Stadtoriginal Hanf Ueli auf Anfrage sagte. Das Gesuch für die Veranstaltung habe er am Freitag abgeschickt.

Nur zehn Aktivisten an der Versammlung

Bei der Stadtpolizei Zürich wusste man allerdings bis gestern nichts davon, erklärte ein Polizeisprecher. Hanf Ueli gab sich dennoch optimistisch. Hauptakt des geplanten Benefiz-Konzerts sei er selber. Diverse Begleitmusiker würden seine Songs begleiten – unter dem Namen «Hanf Ueli und die Cannabislis».

Benefiz-Veranstalter Hanf Ueli betont den weiterhin politischen Charakter der Occupy-Bewegung: «Wir engagieren uns auch gegen Nahrungsmittelspekulation, für die Offenlegung der Parteien-Finanzierung und für Mindestlöhne.» Insgesamt seien immer noch über 600 Occupy-Aktivisten in diversen Arbeitsgruppen tätig. An der letzten Vollversammlung vergangenen Samstag auf dem Paradeplatz waren laut Protokoll indes nur zehn Personen.