Sozialproteste

Occupy-Bewegung löst Wohncamp am Stauffacher in Zürich auf

Bricht ihre Zelte am Stauffacher wieder ab: die Occupy-Bewegung (Archiv)

Bricht ihre Zelte am Stauffacher wieder ab: die Occupy-Bewegung (Archiv)

Die Occupy-Paradeplatz-Bewegung löst ihr Wohncamp am Stauffacher im Zürcher Kreis 4 auf. Man verlagere den Akzent auf Information und Öffentlichkeitsarbeit, sagte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Nicht, dass die "Bewegten" genug bekommen hätten von ihrem Campleben. Und auch die Kirchgemeinde St. Jakob würde ihnen weiterhin Asyl gewähren. Das Camp scheiterte offenbar an der Offenheit seiner Bewohnerinnen und Bewohner.

Es habe sich "ein Ungleichgewicht" ergeben, sagte der Occupy-Sprecher: Es habe Leute gegeben, die im Camp wohnten und assen und tranken, mit der Bewegung aber gar nichts am Hut hätten. Dies habe dazu geführt, dass man die Aktivisten immer mehr "als versoffenen Haufen wahrgenommen" habe - "und das wollen wir nicht".

Überraschende Aktionen

Die Vollversammlung habe deshalb am Mittwochabend beschlossen, das Wohncamp aufzulösen, bis eine geeignete Alternative zum gemeinsamen Wohnen und Arbeiten gefunden sei, heisst es in einer Mitteilung. Der Informationsstand dagegen werde beibehalten und noch gestärkt.

Zudem will die Bewegung ihre Anliegen mit fantasievollen Aktionen wieder mehr ins Rampenlicht rücken: Sie lancierte deshalb einen "Adventskalender", der für jeden Tag eine "aktivistische Überraschung" im öffentlichen Raum bereithalte.

Die Aktivisten kämpfen gemäss eigenen Angaben gegen die Machenschaften der Banken und die Gier der Investmentbanker. Wichtig ist ihnen, bei ihren Aktionen gewaltlos zu bleiben. Die aus den USA kommende Bewegung schwappte im Oktober nach Europa über. In Zürich gab es Mitte Oktober auf dem Paradeplatz eine erste Kundgebung.

Anschliessend schlugen die "Empörten" auf dem Lindenhof in der Zürcher Altstadt ein Zeltlager auf. Nachdem die Stadt dies anfänglich toleriert hatte, löste sie das Camp Mitte November auf. Daraufhin gewährte ihnen die Kirchgemeinde St. Jakob Asyl bis zum 5. Januar 2012.

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