Damit haben die Oberrichter auf Geheiss des Bundesgerichts eine ursprüngliche Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren leicht nach unten korrigiert. Das Bundesgericht hatte den früheren Topmanager von einigen Nebendelikten bezüglich Urkundenfälschung entlastet. Was nun vor Obergericht zu wenigen Teilfreisprüchen führte.

Der Beschuldigte, der zuerst in der Presse hochgejubelt und danach als «Jahrhundert-Betrüger» bezeichnet wurde, war langjähriger Direktor der Bank Leumi le-Israel (Schweiz). Zwischen Ende 1993 und Dezember 2000 veruntreute er mittels gefälschten Devisengeschäften und nicht authorisierten Handelstransfers grosse Summen an Kundengeldern. Als der auf grossem Fuss lebende Beschuldigte nach einer Selbstanzeige aufflog, betrug der Schaden laut Anklage rund 150 Mio. Franken.

Obwohl der geständige Betrüger heute als Unternehmensberater und Analyst arbeitet, hat er bis jetzt der geschädigten Bank nichts zurückbezahlt, wie er kürzlich vor Obergericht bestätigte. Er machte diverse andere finanzielle Verpflichtungen als Rechtfertigung geltend. Er führte aus, dass er aber bis heute von der Leumi-Bank auf über 100 Mio. Franken betrieben werde.

Der Verteidiger setzte sich aufgrund des Alters seines Klienten sowie der langen Verfahrensdauer für eine erheblich Strafsenkung auf noch zwei Jahre bedingt ein. Ohne Erfolg, da die Oberrichter weiterhin von einem erheblichen Verschulden ausgingen.