Prozess
Obergericht erhöht Strafe: «Pink Panther»-Räuber muss länger ins Gefängnis

Das Zürcher Obergericht hat am Donnerstag die Strafe für ein Mitglied der berüchtigten "Pink Panther"-Bande deutlich erhöht. Der 37-jährige Profiräuber muss elf Jahre ins Gefängnis. Das Bezirksgericht Zürich hatte eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren ausgesprochen.

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Obergericht erhöht Strafe von "Pink Panther"-Mitglied (Symbolbild)

Obergericht erhöht Strafe von "Pink Panther"-Mitglied (Symbolbild)

Keystone

Die Bande hatte im Mai 2010 an der Bahnhofstrasse in Zürich mit einem Maschinengewehr eine Bijouterie überfallen. In nur gerade etwas mehr als einer Minute erbeuteten die Täter Uhren und Schmuck im Wert von 5,5 Millionen Franken.

Der heute 37-jährige Serbe betätigte sich dabei als Abräumer. Gezielt behändigte er die wertvollsten Stücke in der Auslage und liess sie in mehreren Umhängetaschen verschwinden. Nach der Tat flüchteten die vier Täter mit einem Porsche.

Entscheidend für die höhere Strafe war für das Obergericht, dass die Mittäter Waffen dabei hatten und das Verkaufspersonal bedrohten. Die Opfer seien damit traumatisiert worden. Strafverschärfend wirkte sich zudem aus, dass die Bande zehn Monate später in Schaffhausen einen bewaffneten Raubüberfall mit einer Deliktsumme von 1,7 Millionen Franken verübte.

"Lassen sie ihre Komplizen grüssen und richten sie ihnen aus: Solche Verbrechen lohnen sich in der Schweiz nicht", erklärte der Gerichtsvorsitzende dem Serben unmittelbar nach der Urteilseröffnung.

Wie schon vor Bezirksgericht wollte der Beschuldigte die Namen seiner Komplizen, die noch immer auf freiem Fuss sind, nicht verraten. Er selber wurde im Oktober 2011 während seiner Hochzeitsreise in der Türkei festgenommen und zwei Jahre später an die Schweiz ausgeliefert.

Das Obergericht bezeichnete den Serben als "absolut professionellen und kaltblütigen Berufsverbrecher". Es gebe nur wenige Raubdelikte, die so professionell ausgeführt würden, stellte der Gerichtsvorsitzende fest. (sda)